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Aber bitte umsonst

30.10.2013
Ein Blogbeitrag von Dr. Kerstin Gernig
Aber bitte umsonst

Bei meinem letzten Vortrag über die Erfolgsstrategien von Querdenkern bei einer Jubiläumsveranstaltung der Stadtwerke in Neubrandenburg hatte ich ein Erlebnis, zu dem mich Ihre Meinung interessiert. Die anwesenden Gäste waren gekommen, um sich meinen Vortrag (ohne Eintritt) anzuhören und von einem (kostenfreien) Buffet kulinarisch verwöhnen zu lassen. Da ich in meinem Vortrag die Erfolgsgeheimnisse von Querdenkern auf die Branche der anwesenden Bestattungsunternehmer übertragen habe, erwähnte ich beim Thema der faszinierenden neuen Möglichkeiten der Social Media den Bestatterkongress in Königswinter, für den ich für Kurzentschlossene sogar noch einen Rabatt bei den Veranstaltern hatte aushandeln können.

Wir haben kein Geld

Kaum hatte ich den Kongress erwähnt, empörte sich eine sehr sympathische, wache, lebendige Zeitgenossin aus der ersten Reihe – impulsiv und lautstark den Vortrag unterbrechend – über den Preis der zweitägigen Veranstaltung, die – mit Pausenbuffets, Tagungsgetränken, hochkarätigen Referenten und Tagungsunterlagen in einer Top-Location – mit Frühbucherrabatt eine Investition von 690 € netto in die eigene Fortbildung darstellt.

Was nichts kostet ist nichts wert

Wer für seine Weiterbildung exzellente Kongresse, Seminare und Fortbildungen besucht, weiß, dass dieser Preis ausgesprochen moderat ist. Nicht nur, weil das, was man an zwei Tagen aus den Praxisvorträgen mitnimmt, sich um ein Vielfaches im eigenen Unternehmen auszahlt, wenn man auch nur einen Bruchteil davon umsetzt, sondern auch, weil der Preis im Vergleich von Top-Anbietern eher am unteren Rand angesetzt ist.

Die Empörung beschäftigte mich auf der Rückfahrt von dem Vortrag nach Berlin und ich fragte mich, warum sich Menschen über Preise ärgern. Dabei fiel mir ein, dass die Preise der Veranstaltungen, die ich einst bei einem Berufsverband verantwortet habe, eine ähnliche Empörung – quasi reflexartig – ausgelöst hatten, obgleich sie dank der Mitgliedsbeiträge nur einen Bruchteil kosteten. Darf man daraus schließen, dass es sich bei der Empörung über Preise um eine prophylaktische Kostensenkungsmaßnahme handelt?

Investitionen rentieren sich

Als Coach habe ich ein eigenes Geld-Coaching-Tool entwickelt, da mir aufgefallen ist, dass Menschen häufig ein Problem damit haben, in die eigene Entwicklung zu investieren, was – unter uns – die wichtigste Ressource des Erfolgs überhaupt ist. Als ich mich selbständig gemacht und für eine Ausbildung als Coach entschlossen habe, war ich nicht auf der Suche nach der billigsten, sondern nach der besten Ausbildung. Deshalb habe ich auch nicht die Preise verglichen, sondern die Qualität und Leistungen der Anbieter am Markt. Letztendlich habe ich mich für eine „relativ“ teure Ausbildung entschieden, nicht weil ich verschwenderisch veranlagt wäre, sondern weil ich als promovierte Akademikerin mit zehn Jahren Wirtschaftserfahrung jemanden gesucht habe, der mich wirklich weiterbringen konnte. Und ich kann nur sagen: „Ich habe keinen Cent bereut.“

Geld ist Energie

Geld ist letztendlich nur ein Medium. Wobei die Erfindung des Geldes eine große Errungenschaft in der Geschichte der Menschheit darstellt, da wir nicht mehr Waren, Güter und Dienstleistungen gegeneinander tauschen, sondern ein neutrales Tauschmittel zur Verfügung haben. Es ist interessant zu beobachten, wofür Menschen bereit sind, Geld auszugeben und wo sie extrem preissensibel reagieren. Wo schauen Sie nicht auf den Preis? Wo vergleichen Sie Preise? Und wo ärgern Sie sich über Preise? Sie können mit Ihrer kostbaren Lebensenergie verschwenderisch umgehen, indem Sie sich über die Preise am Markt – beispielsweise von Porsche oder Bentley – ärgern. Das ändert aber nichts am Preis und tangiert diese Unternehmen nicht einmal peripher. Sie entscheiden, wofür Sie Ihr Geld ausgeben: ob für den nächsten Urlaub, ein neues Auto oder eine Fortbildung, die sich im Gegensatz zu Konsumgütern hinsichtlich Ihres Umsatzes als Selbständiger auszahlt.

Geld als Wert und Wertschätzung

Was ist der Input von fünfzehn praxisrelevanten Vorträgen wert? Was ist es wert, in einer angenehmen Atmosphäre mit den Vorreitern der eigenen Branche netzwerken zu können? Was ist es wert, zwei Tage kulinarisch verpflegt zu werden? Was ist es wert, einmal im Jahr die Benchmarks der eigenen Branche komprimiert vor Augen geführt zu bekommen? Was ist es wert, dass eine Organisation Zeit investiert, um Top-Speaker zu engagieren, den Rahmen für eine Veranstaltung zu organisieren (und zu finanzieren) und Sie persönlich über Mailings, Anzeigen, Newsletter etc. dazu einzuladen. Am Ende des Tages entscheiden Sie, ob Sie sich über die Preise in Foren die Köpfe heiß diskutieren, oder ob Sie an der Veranstaltung teilnehmen, um bei den wirklich wichtigen Themen mitzudiskutieren.

Leben wir in einem Land von Schnäppchenjägern mit einer ausgeprägten Discountmentalität oder in einem Land der Wertschätzung und der Bereitschaft, in die eigene Zukunft zu investieren? Welche Erfahrungen haben Sie mit Preisdebatten gemacht? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.

Mit wertschätzenden Grüßen,

Kerstin Gernig

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14 Kommentare
  1. Juliane Uhl sagt:

    Sehr geehrte Frau Gernig,

    mutig, dass Sie sich dieser Diskussion stellen. Ich habe auch von mehreren Seiten gehört, dass der Kongress sicher spannend, die Teilnahme aber zu teuer ist. Für mich persönlich auch. All Ihren Argumenten stimme ich voll zu. Sicher haben Sie Recht, wenn ich mit Seminaren des Haufe-Hause vergleiche, ist es noch recht günstig, am Bestatterkongress teil zu nehmen. Dennoch kann ich nicht daran teilnehmen, weil ich meinem Arbeitgeber nicht verkaufen kann, warum ich mir zwei schöne Tage machen sollte. Ich bin in Mitteldeutschland tätig, ich glaube, der Groschen sitzt hier nicht so locker, wie in anderen Bestattungsgegenden.

    Schade ist, dass, wenn nur Gäste kommen, die gut betucht sind und das mal eben so bezahlen können, die Diskussionen, die vor Ort entstehen vielleicht einseitig sein könnten. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.

    Vielleicht verlosen Sie beim nächsten Mal einfach 10 Greencards (oder nennen Sie sie Blackcards) – gesponserte Teilnahme für Menschen, die wirklich Interesse an den Themen haben, vielleicht aus dem Nachwuchs o.Ä. Das macht was her und das Interesse kann noch mal gesteigert werden. (Wenn Sie das wirklich machen, dann möchte ich aber eine Karte – quasi als Erfinderbonus 😉

    Viel Erfolg weiterhin und beste Grüße

    Juliane Uhl

  2. Liebe Frau Uhl,

    Ihre Idee mit den „Blackcards“ finde ich großartig! Das werde ich auf jeden Fall mit den Veranstaltern diskutieren und – je nachdem wie es ausgeht -, versuchen, Sie mit einem Erfinderbonus zu belohnen. Gute Ideen müssen honoriert werden.

    Da ich den Charity-Gedanken genauso wichtig finde wie Sie, müsste man nur eine Lösung finden, dass diejenigen in den Genuss einer Freikarte oder einer reduzierte Karte kommen, die es sich wirklich nicht leisten können und nicht all diejenigen, die sich gedanklich gern arm rechnen. Vielleicht haben Sie dazu auch noch eine gute Idee.

    Das ist aber nur das Thema der Finanzierung. Das andere Thema, das Sie anführen, finde ich als Coach besonders spannend, weil es die Hürden und Hindernisse im Kopf betrifft: Wie können Sie Ihren Arbeitgeber überzeugen, dass er Ihre Teilnahme an dem Kongress nicht nur befürwortet, sondern sogar erwünscht? Hier geht es um die Glaubenssätze Ihres Vorgesetzten bzw. Ihre Vorstellungen über seine Glaubenssätze.

    Sie würden als wertvolle Mitarbeiterin ja kostbare Ideen vom Kongress mitbringen, die geldwert sind, sobald sie von Ihnen gemeinsam umgesetzt werden. Von der Motivation engagierter Mitarbeiter, die die wichtigste Ressource eines Unternehmens darstellen, einmal ganz zu schweigen.

    Herzliche Grüße und vielleicht bis nächste Woche in Königswinter,
    Kerstin Gernig

  3. Doreen Peter sagt:

    Liebe Frau Gernig,

    danke für ihre wohlwollenden Worte betreff meiner Person.
    Sie baten im Vorfeld ihres Vortrages um Aktivitäten von Seiten ihrer Zuhörer, ich hätte nicht gedacht, Sie mit meinem Einwurf „zu teuer“ unterbrechen zu können.
    Hätten Sie mir vielleicht weiter zu gehört wäre ihnen sicher nicht entgangen, dass ich mit meiner Aussage die Meinung vieler Bestatter Kollegen aus dem Umfeld sowie Blogbeiträgen widergegeben habe, nicht aber ausschließlich meine eigene.
    Ich fühle mich vielleicht zu sehr verpflichtet das Sprachrohr für die breitere Masse zu sein.
    Egal, es gibt meiner Meinung nach immer noch zu viele die sich nicht trauen etwas zu sagen.
    Ich traue mich, auch dass!
    Als letztes noch eins, Sie dürfen nie vergessen sich mit den regionalen Gebieten in denen sie referieren auseinanderzusetzen.
    Sie sind eine geniale Rednerin, ich schätze Sie für ihren Intellekt, sie teilen sicher meine Meinung das ein gewisser Grad an Hintergrundwissen einem nie schaden kann.
    Ein Politiker sagte einstmals, “ Sollte es nochmal Krieg geben, dann gehe ich nach Mecklenburg/Vorpommern dort kommt er 20 Jahre später!“

    In diesem Sinne, einen lieben Gruß
    aus meiner Heimat
    Doreen Peter

  4. Liebe Frau Peter,

    sehr gern hätte ich mich mit Ihnen über dieses und andere Themen noch länger ausgetauscht. Beispielsweise darüber, wie man Innovationen in Mecklenburg/Vorpommern einführt – einmal abgesehen von der zeitlichen Verzögerung.

    Gerade weil ich Sie als Sprachrohr vieler Ihrer Kollegen erlebt habe, habe ich das Thema als Blogbeitrag aufgegriffen. Mich würde sehr interessieren, was ein 2-tägiger Kongress wie der in Königswinter – nach der Kaufkraft der Bundesländer gestaffelt – Ihrer Meinung nach kosten sollte. Bitte formulieren Sie als selbständige Unternehmerin keine Wunschpreise, bei denen die Veranstalter, die nicht subventioniert werden, dazuzahlen müssen, sondern einen realistischen Preis, bei dem Sie die Kosten der Veranstaltung (Raummiete, Honorare, Catering, Marketingmaßnahmen, Personaleinsatz etc.) berücksichtigen.

    Mit gespannten Grüßen aus Berlin,
    Kerstin Gernig

    P.S. Vielen Dank für Ihr nettes Kompliment!

  5. Doreen Peter sagt:

    Liebe Frau Gernig,

    ich bin nicht in der Lage ihnen Tipps für eine gelungene Kalkulation der Eintrittspreise zu geben.
    Dazu fehlt mir das Hintergrundwissen.
    Doch wenn ich den Veranstaltungsort „Steigenberger Hotel“ sehe, weiß ich das diese Location etwas hermacht aber ebenso kostet.
    Und die Referenten werden sicherlich auch nicht aus Freude an der Rhetorik dort vorstellig werden.
    Aber all das ist egal.
    Für mich ist der Fakt folgender, diese Veranstaltung kann nur von einer gehobenen Bestatter Klasse besucht werden, weil die Kosten den kleineren Unternehmen vor allem aus den Neuen Bundesländern zu hoch erscheinen.
    Diese fahren nicht mal zu Messen, warum sollten sie dann einen Kongress besuchen.
    Ich bin der Meinung, dass alles seinen Preis hat und wenn der Inhalt stimmt auch seinen Wert hat.
    Doch bedenken Sie auch den gewählten Ort Königswinter, wäre nicht die Mitte Deutschland interessanter, für die Anreise?
    Es ist ja nicht mit der Gebühr für den Besuch des Kongresses getan.
    Oder denken Sie dass einige den Kongress mit einem Wellnesswochenende verbinden möchten?
    Ich denke, wenn das Bestatter Ehepaar vom kleinen Familienbetrieb einmal eine Woche frei machen kann, will er von Arbeit nix hören und sehen.
    Eine Medaille hat immer zwei Seiten oder jedem Menschen Recht getan ist eine Kunst die niemand kann.
    Sie haben etwas Gutes mit auf die Beine gebracht, dennoch wird es immer Geister geben die sich scheiden.
    Wir leben in einer kapitalistischen Demokratie, und sie sind Marketingstrategin!
    Nur lernen tut jeder für sich auf seine Weise!

    L.G. Doreen Peter

  6. Liebe Frau Peter,

    wir sind uns einig: „dass alles seinen Preis hat und wenn der Inhalt stimmt auch seinen Wert.“ Da mich Ihre Antwort wirklich interessiert, lassen Sie mich Ihnen die Frage noch einmal anders stellen: Welchen Preis könnte sich ein Bestatter aus Mecklenburg/Vorpommern für eine solche Veranstaltung leisten, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen oder anschließend ruiniert zu sein?

    Mit neugierigen Grüßen,
    Kerstin Gernig

  7. Liebe Frau Gernig,

    mit großem Interesse und in den meisten Punkten voller Zustimmung habe ich Ihren Blogbeitrag bei adeo-online „Aber bitte umsonst“ gelesen. Bitte berücksichtigen Sie bei Ihren Überlegungen bezüglich der von Frau Uhl angeregten „Blackcards“ ebenfalls innovative Zulieferer der Branche, denn auch hier gibt es sicherlich viele gute Ideen, die aufgrund tatsächlich fehlender Finanzmittel nicht die Chance haben, in den doch recht verschlossenen Markt des Bestattungsgewerbes einzudringen und sich dann zu etablieren.

    Herzlichen Dank und viel Erfolg für den Bestatter Kongress sendet Ihnen

    Daniel Ellerkamp
    ————————–

  8. Sorry, aber ich freue mich auf alle Teilnehmer !!

    Es ist unklug, viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn Sie zuviel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zuwenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten.
    John Ruskin (1819-1900), engl. Schriftsteller, Kunstkritiker u. Sozialphilosoph

  9. Das ist Wirtschaft. Was für ein kluger Gedanke! Vielen Dank für das Zitat, das die Waage der Argumente zwar nicht ins Gleichgewicht bringt, aber zumindest ein gedanklich gehaltvolles Gegengewicht darstellt.

    Dann, lieber Herr Höhle, bis Mittwoch nächster Woche!

  10. Eine monatliche Rücklage von 60,- Euro sollte den meisten Bestattern möglich sein. Noch spannender wäre die Frage, wofür viele derzeit 60,- Euro ausgeben (z.B. ungezielte und nicht mehr zeitgemäße Werbung) und was man dafür bekommt? Was bekomme ich für die Teilnahme an einem hochprofessionellen Kongress? Wie schaut es mit dem sogenannten „return of investment“ aus? Und genau hier steckt das Problem der Branche – eine Branche, die „gelernt“ hat (bis zum Wegfall des Sterbegeldes) „ohne Sorgen“ zu arbeiten. Heute bewegt sich der Bestatter in einem Verdrängungsmarkt und muss zusehen wie er sich positioniert. Doch welche Möglichkeiten bietet sich einem Bestatter heute, sich professionell Weiterzubilden? Jetzt gibt es ein Angebot und eine Branche beschwert sich über monatlich 60,- Euro?

  11. Lieber Herr Vinschen,

    Sie sprechen das für den ROI zentrale Thema der Werbeerfolgskontrollen an, zu dem es einen Vortrag von Herrn Froux geben wird, der voraussichtlich einige der Anwesenden zu einer Neuverteilung ihres Marketingbudgets bewegen wird. Allein dadurch könnte sich der Kongressbeitrag bereits wieder amortisiert haben.

    Beste Grüße
    Kerstin Gernig

  12. Liebe Frau Uhl,

    Mut und gute Ideen werden belohnt: Die Veranstalterin des Bestatterkongresses findet Ihre Idee mit den „Blackcards“ so gut, dass sie sie für das nächste Jahr weiterverfolgen wird. Sie werden aber schon in diesem Jahr mit dem Erfinderbonus belohnt und sind herzlich zur Tagung eingeladen. So war Ihr Vorschlag nicht umsonst! Sehen wir uns?

    Viele Grüße
    Kerstin Gernig

  13. Juliane Uhl sagt:

    Vielen Dank für die nette Einladung, aber ich werde es so kurzfristig nicht schaffen. Gern aber im nächsten Jahr.

  14. Der Mensch und das Geld

    „Unser Geld bedingt den Kapitalismus, den Zins, die Massenarmut, die Revolte und schließlich den Bürgerkrieg, der Barbarei zurückführt. …Wer es vorzieht, seinen eigenen Kopf etwas anzustrengen, statt fremde Köpfe einzuschlagen, der studiere das Geldwesen.“

    Silvio Gesell (Geld oder Krieg)

    Solange niemand wusste, wie das Geld an den Menschen anzupassen ist, musste der Kulturmensch durch eine Programmierung des kollektiv Unbewussten an ein darum bis heute fehlerhaftes Geld angepasst werden. Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe):

    „Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
    Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen.“

    (Nag Hammadi Library / Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses)

    Paradies = freie Marktwirtschaft
    Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
    Baum des (ewigen) Lebens = Geldkreislauf
    Baum der Erkenntnis = Geldverleih
    Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
    Gott = künstlicher Archetyp „Investor“

    „Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist.“

    (Lutherbibel 1984 / Genesis_3,22)

    Seit er „aus dem Paradies vertrieben“ wurde, d. h. die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Privatkapitalismus (Erbsünde) verloren hat, will also der Mensch den „großen Investor“ spielen. Darum wurde die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft), in der allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden selbstverständlich werden, bis heute nicht verwirklicht:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/10/wohlstand-fur-alle.html

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