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Aus Steinen Brücken bauen, nicht Mauern!

24.09.2014
Blogbeitrag von Dr. Kerstin Gernig
Aus Steinen Brücken bauen, nicht Mauern!

25 Jahre Mauerfall

An welche historischen Ereignisse erinnern wir uns gern zurück? An Momente der Freude und Augenblicke der Euphorie. Der Mauerfall gehört zweifelsohne zu den euphorischen Momenten im 20. Jahrhundert.

Die Teilung des Landes von 1961 bis 1989 hat zu unterschiedlichen Lebensentwürfen, Möglichkeiten der Bildung und Selbstentfaltung beigetragen. Nicht nur Bananen, Schokolade und Seidenstrümpfe waren knappes Gut in der ehemaligen DDR, sondern auch so manche Bücher und mehr. Die Täschnerin Juliana Blanke, die ich in meinem Buch „Werde, was du kannst! Wie man ein ungewöhnlicher Unternehmer wird“ porträtiert habe, wollte beruflich etwas Künstlerisches machen und als Selbständige arbeiten. Täschnerin zu werden, das war ihre geniale Lösung eines eigentlichen Dilemmas zu Zeiten der DDR.

Wo waren Sie am Tag des Mauerfalls?

Fast jeder erinnert sich noch heute daran, wie und wo er den Tag des Mauerfalls erlebt hat. Ich selbst saß in Paris in einem Seminar von Professor Alfred Grosser in der Universität, die umgangssprachlich nur „Sciences Po“ genannt wird. Alfred Grosser (1925*), gebildet und unglaublich humorvoll, einer der Spezialisten für deutsch-französische Beziehungen, war 1933 nach Frankreich emigriert. Mitten in seinem Seminar kam jemand in den Seminarraum und schritt die lange Treppe herunter, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Anschließend verkündete er den Mauerfall und entschuldigte sich, dass er heute das Seminar etwas früher beenden müsse, da er zum Fernsehen gerufen wurde, um die Ereignisse des Tages zu kommentieren. Es wurde gelacht und geweint und geklatscht, und dann sind wir alle heim gestürzt, um die Fernseher anzuschalten. Ich hatte in Paris noch eher von den Ereignissen erfahren als meine Familie in Berlin. Und als wir die Fernseher einschalteten, kommentierte Grosser das unglaubliche Ereignis. Was uns heute nach 25 Jahren fast selbstverständlich erscheint, ist alles andere als selbstverständlich.

Abbruch und Aufbruch

Deshalb unterstütze ich das Projekt „Deutschlands größter Ab- & Aufbruch“ von Anke Siedschlag, die die Ausstellung „25 Jahre Mauerfall“  vom 1.10.-16.11.2014 in Berlin im ART Pavillon am Brandenburger Tor veranstaltet. Unter dem Motto „Die Süße der Freiheit“ hat sie dazu aufgerufen, Kunstwerke einzureichen. In ihrem kurzen Film spricht sie über ihre Motive. Spot up!

Anke Siedschlag ist eine junge Unternehmerin, die gewagt hat, sich mit Berlin-Souvenirs selbständig zu machen. 1,2 Tonnen Schokolade hat sie für die Ausstellung gestiftet. Jetzt sucht sie von ihrer Idee begeisterte Mäzene, Förderer und Gönner, die dazu beitragen, dass das Projekt ein Erfolg wird. Deshalb hat sie zu einem Crowd-Funding aufgerufen. Wer die „süße“ Idee der Initiatorin zum Hinschmelzen findet, kann mit einem Beitrag ab 5 Euro dabei sein. Jeder Beitrag zählt! Die Mauer wurde nicht von einem Einzelnen errichtet und nicht von einem Einzelnen eingerissen. Aber gemeinsam kann Großes entstehen: Hier mitmachen!

Auch ich nehme mit einem Kunstobjekt an der Ausstellung teil: Denn Bücher bringen wie Kerzen Licht ins Dunkel, erhellen Gedanken, loten Möglichkeiten aus und zeigen neue Wege auf. Deshalb heißt “Werde, was du kannst!“

  • Die Mauer im eigenen Kopf einreißen.
  • Unmögliches möglich machen.
  • Sich an außergewöhnlichen Menschen orientieren.
  • Und: Aus Steinen Brücken bauen, nicht Mauern.

Herzliche Grüße aus der einst geteilten, heute wiedervereinten Stadt,

Kerstin Gernig

P.S. Die Location kann auch für Themenabende als Veranstaltungsort genutzt werden.

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1 Kommentar
  1. Ein sehr schöner Beitrag liebe Frau Gernig. Besten Dank.

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