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Buchvorstellung: „Letzte Nacht in Twisted River“

16.12.2010
Der aktuelle Roman von John Irving
Buchvorstellung: „Letzte Nacht in Twisted River“
„Letzte Nacht in Twisted River" ist erschienen im Diogenes Verlag

Er ist ein Romancier, ein Geschichtenerzähler der Extraklasse: John Irving. Sein neuer Roman, „Letzte Nacht in Twisted River“, erschienen im Diogenes Verlag, ist ähnlich episch wie seine großen Romane „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und „Garp“. Auch hier spielt  ein Bär eine Rolle. Hauptfigur des Buches ist ein Schriftsteller – und auch der Ringer-Sport, Irvings eigene, zweite große Leidenschaft neben dem Schreiben, hat in den Roman Einzug gehalten. Sogar das Thema Abtreibung findet sich wieder. Genauso wie die anderen, großen Themen John Irvings: Gewalt, Verlust und Verlustängste – und natürlich der Tod. Der Autor selbst fürchtet sich vor diesen tragischen Geschicken, die nun mal auch zum Leben gehören, wie er in einem Interview bei Cicero selbst zugibt.

Trotzdem unterscheidet sich dieser Roman von seinen bisherigen Werken. Die Hauptpersonen sind ein Koch, sein Sohn, der später ein erfolgreicher Schriftsteller wird, und der beste Freund des Koches, später auch des Sohnes, ein kauziger, kantiger Naturmensch. Es sind nur Männer. Frauen kommen in der Geschichte zwar zuhauf vor, aber sie begleiten nur die Protagonisten und bleiben, obwohl sie natürlich Einfluss auf die drei Charaktere haben, nur Nebenfiguren. „Letzte Nacht in Twisted River“ ist die Geschichte einer lebenslangen Flucht. Nachdem der Junior versehentlich die Geliebte seines Vaters tötet, weil er sie groteskerweise für einen Bären hält, müssen Vater und Sohn fliehen. Die getötete Indianerin nämlich war zwar mit dem Vater liiert, hatte aber auch mit dem brutalen Dorfpolizisten zusammengelebt. Und der vergisst keine Untreue und sinnt auf Rache. Für Vater und Sohn beginnt eine Odyssee. Ein Freund der Familie, ein Flößer namens Ketchum, hilft den beiden, wo er nur kann, doch das Leben der drei führt sie über die Jahrzehnte zu immer neuen Stationen und Herausforderungen. Dabei streift Irving die Geschichte der Vereinigten Staaten: Die Entwicklung der Holzindustrie, der Vietnamkrieg bis hin zur Ära Bush und den Anschlägen vom 11. September. Irving ist ein politischer Schriftsteller und seine Haltung zu den USA wird hier mehr als nur deutlich. Es ist wieder einmal eine großartige Geschichte. The Observer (London) schreibt:

„Eine Hommage an die Kraft der Liebe und der Literatur“

Infos:

Roman, gebundene Ausgabe 736 Seiten, zur Leseprobe (Diogenes Verlag, Bereich Downloads)

ISBN 978-3-257-06747-7

Verlag: Diogenes 2010

Preis: 26,90 EURO

Links:

John Irving

Letzte Nacht in Twisted River

Diogenes Verlag

Interview Irving bei Cicero

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