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Buchvorstellung: „Eine Zeit ohne Tod“

21.09.2010
Und wenn einfach keiner mehr sterben würde?
Buchvorstellung: „Eine Zeit ohne Tod“
José Saramago

„Am darauffolgenden Tag starb niemand.“ So beginnt der Roman „Eine Zeit ohne Tod“ von José Saramago. Auch in den nächsten Tagen sollte keiner sterben. Und so ziehen in dem fiktiven Staat die Wochen ins Land, ohne dass jemand verstirbt. Was für die Einwohner zunächst wie ein göttlicher Segen erscheint, entwickelt sich zu einer Katastrophe mit Folgen für die Bewohner, die Regierung, die Versicherungsgesellschaften, die Krankenhäuser, die Altersheime, die Rentenanstalten, die Kirchen und natürlich auch für das Bestattungsgewerbe.

Dem portugiesischen Nobelpreisträger für Literatur Saramago gelingt in diesem Buch eine Fiktion, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit unserer Realität hat. Die nicht sterben wollenden Menschen können von den Institutionen Krankenhaus und Altersheim nicht mehr aufgenommen und gepflegt werden. Die Regierung beschließt, dass diese Menschen zu Hause gepflegt werden sollen. Also werden sie den Angehörigen zur Last. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, denn der Autor seziert die ganze Wirkungskette der Gesellschaft, wenn denn nun wirklich keiner mehr sterben sollte.

„Saramago ist mit diesem Werk ein Meisterstück gelungen, über eine Welt, die vielleicht nicht so weit entfernt ist von der unseren“, schreibt die Welt am Sonntag.

Das Buch „Eine Zeit ohne Tod“ ist wirklich lesenswert. Nicht nur der ethische Ansatz ist interessant nachzuvollziehen, die Erzählkunst von José Saramago macht auch einfach Spaß. So überrascht der Autor mit einer Wende, als „tod“ sich nach siebenmonatiger Pause via Post an die moderne Mediengesellschaft wendet und beschließt, die „Arbeit“ wieder aufzunehmen. Jeder, der sterben wird, erhält jedoch eine Woche zuvor Post, um seine Angelegenheiten regeln zu können. Diese neue Nachricht und die neue Herangehensweise von „tod“ stürzen die Gesellschaft wiederum in eine neue, ebenso verzweifelte Lage.

José Saramago starb am 18. Juni 2010 im Alter von 87 Jahren. Sein umfangreiches Werk ist zu großen Teilen im Rowohlt Verlag erschienen. Mit unserem Service screenflip haben Sie hier die Möglichkeit, das erste Kapitel des Buches zu lesen.
Eine ausführliche Rezension finden Sie unter Glanz@Elend, einem Magazin für Literatur und Zeitkritik.

Infos:

Taschenbuch, 253 Seiten

Aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis

ISBN: 978-3-499-24342-4

Verlag: Rowohlt

Preis: € (D) 9,95/ € (A) 10,30/ sFr. 15,90

Links:

Rowohlt Verlag

José Saramago

„Eine Zeit ohne Tod“

Rezension Glanz@Elend

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