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Bundesverband Kinderhospiz fordert öffentliche Gelder für Trauerbegleitung verwaister Eltern

27.01.2015
Trauerbegleitung nur durch private Spenden möglich
Bundesverband Kinderhospiz fordert öffentliche Gelder für Trauerbegleitung verwaister Eltern

Der Bundesverband Kinderhospiz kritisiert die fehlende Finanzierung der Trauerarbeit aus öffentlichen Mitteln und fordert neue politische Regelungen, um verwaiste Eltern, Geschwister und andere Angehörige nach dem Tod eines Kindes angemessen unterstützen zu können. „Der Bundesgesundheitsminister muss durch entsprechende Vorschriften dringend dafür sorgen, dass die Kinderhospizarbeit über ausreichend Geld für die Trauerbegleitung verfügt“, sagte Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz (BVKH), bei der Tagung „Aus der Trauer wächst die Kraft“ am Samstag im fränkischen Rödelsee. Ambulante und stationäre Kinderhospize in Deutschland müssen Trauerbegleitung seit Jahren rein aus Spendengeldern finanzieren; nur in seltenen Ausnahmen bewilligen Jugendämter Zuschüsse.

In einem so reichen Land wie Deutschland sei es schier unglaublich, dass die Trauerbegleitung nur durch private Spendern aufrecht erhalten werden könne, so Kraft weiter. „Es klingt absurd, ist aber die traurige Wahrheit: Mit dem Todestag eines Kindes endet jegliche finanzielle Förderung auch für die Arbeit mit den Angehörigen. Dabei brauchen Eltern, Geschwister oder Großeltern beispielsweise gerade dann besonders dringend eine qualifizierte Trauerbegleitung.“ In Deutschland sind neuesten Schätzungen zufolge etwa 40 000 Kinder und Jugendliche so schwer krank, dass sie wahrscheinlich nicht erwachsen werden. Für die betroffenen Familien bedeutet die Diagnose einer lebensbegrenzenden Krankheit einen Schock – und dann ein Leben im permanenten Ausnahmezustand.

Wie wichtig es für die Betroffenen ist, sich über ihre Probleme auszutauschen, zeigte die Tagung „Aus der Trauer wächst die Kraft“, die der Bundesverband Kinderhospiz am Samstag bereits zum siebten Mal gemeinsam mit der FriedWald GmbH ausrichtete: Die Vorträge von Fachleuten und betroffenen Eltern waren gut besucht, und während der Pausen entwickelten sich intensive Gespräche über den Umgang mit Trauer und deren Bewältigung. Mitarbeiter des Evangelisch-Lutherischen FriedWald am Schwanberg, dem diesjährigen Veranstaltungsort, führten die Tagungsteilnehmer über das weitläufige Gelände und informierten über die verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten dort. „Wichtig ist vor allem, dass die Menschen die besondere Atmosphäre des Waldes erfahren. Nur dann können sie entscheiden, ob ihre Trauer im FriedWald gut aufgehoben ist. Für Eltern, die in der besonderen Situation sind, einen Ort zu finden, an dem sie ihr Kind bestatten wollen, ist dies besonders wichtig. , erklärt Petra Bach, die Geschäftsführerin der FriedWald GmbH. „Wir haben in allen FriedWald- Standorten Bäume ausgewählt, an deren Wurzeln nur Kinder beigesetzt werden können. Oft hilft der Gedanke, dass an so einem

Das Gefühl, mit ihrem schweren Schicksal nicht allein zu sein, kann verwaisten Eltern und Geschwistern durchaus bei der Bewältigung ihres Schmerzes helfen, das weiß auch BVKH-Geschäftsführerin Sabine Kraft. „Angehörige bedürfen nach dem Tode eines Kinder jeder erdenklichen Hilfe. Sie in ihrer Trauer alleine zu lassen, widerspricht dem Grundgedanken der Kinderhospizarbeit. Denn wir nehmen nicht allein das schwerstkranke Kind in den Blick, sondern immer die gesamte Familie. Die Trauerbegleitung ist unglaublich wichtig, damit die Angehörigen lernen, mit ihrem Verlust weiterzuleben. Und diese Art der Unterstützung muss der Politik künftig mehr wert sein als sie es bisher ist: Wir brauchen endlich eine solide öffentliche Finanzierung dafür.“

 

Informationen:

www.bundesverband-kinderhospiz.de

Sabine Kraft
Tel. 0171/7273350

Spendenkonto des Bundesverbands Kinderhospiz:

Sparkasse Olpe BIC WELADED1OPE IBAN: DE03 4625 0049 0000 0290 33

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1 Kommentar
  1. irmgard Leibl sagt:

    Trauernde Eltern und Geschwister sind in einer Ausnahme Situation und bedürfen dringend der Hilfe in einer Trauer Gruppe oder durch einen Trauer begleiter. Gut ausgebildete professionelle Trauer begleiter arbeiten aber oft als selbständige und Kosten dementsprechend. Nicht viel können sich dann einen solchen leisten. Hier bedarf es der finanziellen Unterstützung der Familien.

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