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„Der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens“

07.10.2011
Ein kommentierter Pressespiegel
„Der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens“

Steve Jobs ist im Alter von 56 Jahren verstorben. Weltweit gibt es wohl kaum eine Medienanstalt, die nicht über den Tod des Apple-Mitbegründers berichtet hätte. adeo-online hat sich mit den Artikeln der Onlineausgaben von FAZ, ZEIT, WELT, DER SPIEGEL, und FOCUS vom 6. Oktober beschäftigt und erkannt, dass die Qualität der Berichterstattung am ersten Tag unerwartet unterschiedlich und erkenntnisreich ausfällt.

Die FAZ-Online, erst seit Kurzem mit einem neuen Internetauftritt, widmet dem Verstobenen eine ganze Rubrik: „Apple & Steve Jobs“. Der Artikel überrascht im Besonderen nicht. Neben den üblichen Fakten und Aussagen stellt die FAZ eine Liste von sage und schreibe 23 Artikeln über Steve Jobs und Apple auf. So findet sich auch der Beitrag „Der Popstar“ vom 11. Januar 2005 wieder. Von einer  renommierten Zeitung sollte man jedoch mehr als nur Aufgewärmtes erwarten. 53 Empfehlungen und 31 Lesermeinungen (Stand 06. Okt., 21.00 Uhr) sollten nicht der Maßstab der FAZ-Online sein. Immerhin gibt es ein von Reuters eingeklinktes Video.

Das gleiche Video ist auch bei Zeit-Online eingestellt. Immerhin finden sich dort 231 Kommentare (Stand 06. Okt., 21.00 Uhr) zum Artikel „Steve Jobs ist tot“. Auch dieser Nachruf ist eher flach, interessant aber sind die vielen von der Redaktion aus Anstand, Respekt oder Pietätlosigkeit entfernten Lesermeinungen. Eigentlich sollten doch Leser der Zeit diese menschlichen Eigenschaften besitzen, oder?

Auch bei WELT-Online ist das besagte Video zu finden. Die Überschrift „Steve Jobs – Kreativer Erfinder und Zerstörer“ vom Autor Thomas Heuzeroth lässt aufhorchen. Und tatsächlich ist dieser Beitrag gut recherchiert und geschrieben. Hier finden neben den positiven auch kritische Töne um die Person Steve Jobs Eingang, der sicher kein Heiliger war. 220 Kommentare und 318 Empfehlungen auf Facebook (Stand 06. Okt., 21.00 Uhr) sind sicher ein zu geringes Feedback für einen gelungenen Artikel und die Ansprüche einer Onlinezeitung wie die der WELT.

Der Spiegel zeigt sicher die umfangreichste und qualitativ beste Berichterstattung. Man merkt, die Onlineredaktion hat hart und schnell gearbeitet – und sie besteht aus Profis. Der Artikel „Eure Zeit ist begrenzt“ ist eine typische Hintergrundreportage. Die Rede von Steve Jobs vor der Stanford Universität war in den USA bekannt – ab heute wird sie weltweit berühmt sein. In dem Artikel ist die original Rede als Video-Stream eingebaut. Das Zitat „Der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens“ stammt aus dieser Rede, die einen offenen und sehr persönlichen Steve Jobs zeigt – sicher ein Zeitdokument. 1.760 Mal wurde dieser Artikel bei Facebook empfohlen. Die „nur“ 81, zum Teil sehr fragwürdigen Kommentare, stehen dazu im krassen Gegensatz (Stand 06. Okt., 21.00 Uhr).
Neben dem Hauptartikel, der für den ersten Tag nach dem Ableben von Steve Jobs schon recht in die Tiefe geht, findet sich unter anderem auch ein Video aus Tokio, das zeigt, wie sich einige Menschen mit ihren iPads und einer Kerzen-App vor einem Apple-Store versammeln. Kurioses um einen Personenkult? Keineswegs, denn auf der ganzen Welt wurde des Visionärs Jobs gedacht und das Internet ist voll von Beileidsbekundungen, die manchmal jedoch ihrerseits kurios erscheinen.

Focus hat gestern Mittag Jobs‘ Stanford-Rede als Hauptartikel gebracht,  allerdings mit der Überschrift „Der Tod ist die beste Erfindung des Lebens“ das oben genannte Zitat nicht ganz korrekt wiedergegeben. Auch hier ist die original Rede als Video-Stream in den Artikel eingebettet. Mit 309 Empfehlungen bei Facebook und ganzen fünf Leserkommentaren ist der Artikel am 6. Oktober um 21.00 Uhr immer noch der meistgelesene – ein erschreckendes Resultat! Immerhin kann man der Onlineredaktion zugutehalten, dass sie den ganzen Tag über weitere Artikel zum Thema Steve Jobs und Apple ins Netz stellte. Unter anderem auch den interessanten Artikel „Skurriles um den Tod von Steve Jobs“, der um 19.34 eingefügt wurde.

 

Die Berichterstattung in den kommenden Tagen wird sicher differenzierter, fundierter und besser werden. Es wird bis in die tiefsten Gefilde recherchiert werden, es werden die abstrusesten Rückschlüsse gezogen werden und es wird der ein oder andere richtig gute Artikel erscheinen. Übrigens hat lediglich FAZ-Online daran gedacht zu erwähnen, dass der Verstorbene eine Ehefrau und vier Kinder hinterlässt. adeo-online gedenkt des Menschen Steve Jobs und seiner nahen Angehörigen.

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