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DIB fordert bessere Qualität der ärztlichen Leichenschau

25.03.2015
Politiker sind nun gefordert
DIB fordert bessere Qualität der ärztlichen Leichenschau

In den Medien grassiert aktuell ein Fall einer 92-jährigen totgeglaubten Dame, die beim Bestatter erwacht ist, obwohl ein Arzt schon den Tod attestiert hatte. Anlass genug, um das Thema der ärztlichen Fachkompetenz bei der Leichenschau zu diskutieren.

Hermann Hubing, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Bestattungskultur (DIB), beklagt schon seit Jahren die mangelnde Fachkompetenz der ärztlichen Leichenschau: „Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen aufgrund einer mangelhaften Leichenschau fälschlicherweise für tot erklärt werden. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wir fordern eine bundesweite gesetzliche Pflicht zur Leichenschau durch speziell aus- bzw. weitergebildete Mediziner.“

„Es kann doch nicht sein, dass jeder beliebige Arzt eine Leichenschau vornehmen und den Totenschein ausfüllen darf. Das müssen ausgebildete Profis machen!“, verlangt Hubing. Das hätte viele Vorteile: nicht nur, dass falsche Totenscheine wie bei der totgeglaubten Dame wohl auszuschließen wären, es könnten auch mehr ungeklärte Todesfälle entdeckt werden. Bedauerlicherweise müsse man nämlich davon ausgehen, dass jährlich unzählige Verbrechensdelikte im Verborgenen blieben, weil schon die äußere Leichenschau mangelhaft durchgeführt  und im Totenschein allzu leichtfertig ‚natürlich‘ als Todesursache angekreuzt werde. Es müsse aber nicht immer gleich um Straftaten gehen, auch ein nicht erkannter tödlicher Unfall hätte schon Konsequenzen, weil eine eventuell vorhandene Versicherung nicht an die Verwandten ausbezahlt werden würde.

Hubing findet, dass die Politik nun tätig werden müsse: „Die Problematik ist bekannt, die Bundesjustizministerkonferenz hat sich schon vor Jahren mit dem Thema befasst. Höchste Zeit, dass den Erkenntnissen auch politisches Handeln folgt und die äußere Leichenschau überall in Deutschland von spezialisierten und qualifizierten Medizinern durchgeführt wird.“

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