Bestellen Sie hier unseren Newsletter

Domains im virtuellen Raum sind wie Grundstücke im realen Leben – (Teil 3 der Serie – Regelungen bei Nutzerkonten des Unternehmens im Internet)

14.10.2013
Ein Blogbeitrag von Birgit Aurelia Janetzky
Domains im virtuellen Raum sind wie Grundstücke im realen Leben – (Teil 3 der Serie – Regelungen bei Nutzerkonten des Unternehmens im Internet)
(Foto: Vinschen)

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Im Mittelalter war dies wörtlich zu nehmen: Der Bauer, der zuerst zur Mühle kam, dessen Korn wurde zuerst gemahlen. Der  Grundsatz ist heute bei Domainregistrierungen immer noch gültig. „First come, first served“. Wer die Domain zuerst registriert, kann sie nutzen oder vermarkten, allerdings mit einigen Ausnahmen. Kein Bestattungsunternehmen und keine Institution kommen heute darum herum, mit einer Homepage im Internet vertreten zu sein. Dafür wird ein möglichst guter und für sich sprechender Domainname benötigt. Eine Domain kann die Weiche zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Misserfolg darstellen. In einigen Fällen lohnt es sich auf einen anderen Domainnamen umzusteigen. Mit den neuen Top Level Domains ab 2014 gibt es aktuell Chancen auf wirklich gute Domainnamen. Auf was dabei zu achten ist, beschreibe ich in diesem Artikel.

Domainregistrierung

Domains werden über einen Provider bestellt und von diesem gehostet. Der eigentliche Vertragspartner ist die DENIC als zentrale Registrierungsstelle für alle Domains unterhalb der Top Level Domain .de. Dort kann auch jeder nachschauen, auf wen eine Domain registriert ist. Für ein regional agierendes Unternehmen reicht in der Regel die Domain mit der Länderendung .de. Um Verwechslungen mit anderen Anbietern zu vermeiden ist aber auch die Registrierung von übergreifenden Endungen .com, .eu, .info sinnvoll. Weniger sinnvoll sind andere Länderendungen, wenn dort kein unternehmerisches Engagement geplant ist.

Domainhandel

Ein Zitat, das Bill Gates zugeschrieben wird lautet: „Domains werden schneller im Wert steigen, als jeder andere Wertgegenstand den wir kennen.“ Da die Registrierung von Domains aus der Portokasse zu begleichen ist, gibt es viele Webseiten, auf denen das Baustellenschild des Providers oder eine Seite voller Werbeverlinkungen zu sehen ist. Diese Domains sind blockiert, entweder um den guten Namen potentiellen Mitbewerbern zu entziehen oder um damit zu handeln. Dafür gibt es eigene Domainhandelsplattformen, eine der bekanntesten ist SEDO.

Die Preise regeln sich durch Angebot und Nachfrage. Die Domain tod.info wurde vor kurzem in einer Domainauktion ab 1.200 € angeboten. Im selben Zeitraum gab es bei einem Domain-Ausverkauf 1200 Domains ab 0,99 € im Angebot. Es kommt vor dass Domains für viel Geld den Besitzer wechseln. Doch der Käufer muss sehr vom Wert dieses Namens überzeugt sein, sonst wird er auf eine andere Domain ausweichen. Die Preisangaben, sowie die Wertangaben auf Plattformen, die eine Domainbewertung anbieten sind mit Vorsicht zu genießen. Sie geben recht hohe Werte an, die die Eurozeichen in die Augen der Betrachter zaubern, aber in der Realität nicht erzielt werden. Vorausgesetzt es gibt überhaupt einen Interessenten. Eine Domain, die für den einen ein Vermögen wert ist, bedeutet dem anderen nichts.

Die Ausnahmen

In bestimmten Ausnahmefällen kann man an der Schlange der Wartenden vorbeigehen. Das Vorrecht eine bestimmte Domain zu registrieren bewirkt, dass ein anderer gezwungen werden kann, diese wieder abzugeben. Vorrechte ergeben sich aus Wettbewerbsrechten oder Markenrechten. Es gibt zahlreiche Bestattungshäuser, die unter einer Domain „bestattungen-stadt.de“ firmieren. Sie Bildung eines Domainnamens mit „firma-stadt.de“ war einige Jahre lang wettbewerbsrechtlich umstritten. In der Vergangenheit wurden Unternehmen von Mitbewerbern abgemahnt, wobei die Gerichte unterschiedliche Urteile fällten. Streitpunkt war, ob durch die Verbindung mit einem Ortsnamen die Spitzenstellung eines Unternehmens suggeriert wird. Diese Frage scheint inzwischen geklärt zu sein. Solange das Unternehmen nicht die Domain „das-bestattungsinstitut-stadt.de“ nutzt, die eine Spitzenposition behauptet, ist die Verbindung von Berufsgattungen mit dem Ortsnamen zulässig.  Markenrechtliche Ansprüche kommen in Betracht, wenn die benutzte Bezeichnung identisch oder ähnlich mit einem angebotenen Produkte ist und somit eine Verwechslungsgefahr besteht. Zusätzlich gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, wer eine Domain nur registriert, um einen Mitbewerber zu behindern.

Neue Top Level Domain ab 2014 – „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“

Wer in den Anfangszeiten verpasst hat, sich eine Superdomain für sein Unternehmen zu registrieren, hat aktuell dazu eine neue Chance. Das Internet ist wieder in Goldgräberstimmung und erneut gilt „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Ab Anfang 2014 wird es zahlreiche neue Domain-Endungen geben, darunter .web, .shop und .bayern. Wer als Bestatter unter „bestatter.stadt“ zu finden sein will, der sollte seine Domain jetzt unverbindlich vorbestellen. Ein kurzer Blick auf die Listen zeigt, dass einige schöne Domainnamen bereits vorbestellt sind. „Sarg.kaufen“ ist bereits reserviert, ebenso wie „bestattung.koeln“.

Was passiert mit einer Domain im Todesfall?

Bei der der Nachlassregelung ist den Erben oft nicht bewusst, dass ein guter Domainname soviel Wert sein kann wie ein Grundstück. Wer eine Domain vorschnell löschen lässt, verschenkt bares Geld. Hier kann eine Beratung weiterhelfen. Grundsätzlich treten die Erben des verstorbenen Domain-Inhabers an dessen Stelle. Als Domain-Inhaber kann jede natürliche oder juristische Person eingetragen sein. Wenn der Erbe seine Erbenstellung beim Provider oder bei der DENIC nachweist, wird er als neuer Domaininhaber eingetragen. Ist eine Domain auf eine juristische Person „Bestattungshaus xyz“ eingetragen, muss eventuell der Ansprechpartner geändert werden. Der administrative Ansprechpartner (admin-c) ist eine Funktion, die  nicht vererbt wird. Stirbt eine als admin-c eingetragene Person, muss der Domaininhaber einen neuen benennen. Dasselbe gilt auch für die technischen Ansprechpartner. Alternativ kann der Erbe die Domain löschen lassen oder sie auf einen Dritten übertragen. Für die Webseiten und deren Inhalte gilt im Prinzip dasselbe. Urheberrechte, die die Inhalte einer Webseite betreffen, gehen auf den oder die Erben über. Bei geschäftlichen Webseiten eines verstorbenen Unternehmers muss das Impressum unverzüglich angepasst werden.

Alle Informationen unter Vorbehalt!

Weiterführende Links:

DENIC.de

HEISE.de

(Dieser Artikel ist Teil 3 einer Artikelserie, in der es um die Regelungen bei Nutzerkonten des Unternehmens im Internet geht. Teil 4: die Vorbereitung auf Social Media Nutzung im Unternehmen folgt)

 

 

Artikel Bewerten: Social:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(keine Bewertung abgegeben)
Loading...
0 Kommentare

Hinterlasse eine Antwort