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Eine Methode des Wissens ist das Experiment

12.06.2013
Ein Blogbeitrag von Dr. Kerstin Gernig
Eine Methode des Wissens ist das Experiment

Ich experimentiere zurzeit mit der Frage: Welchen Wert haben Ideen? Bei meinem Vortrag „Was Querdenker auszeichnet – Erfolgsstrategien außergewöhnlicher Unternehmer“ habe ich das 100-köpfige Publikum zu einem Experiment eingeladen. Die Zuhörer konnten ihre Wertschätzung des Vortrags mit einer freiwilligen Gabe honorieren. Ich war gespannt, wie viele Menschen mitspielen würden. Genauso gespannt war ich, welchen Wert die Ideen meines Vortrags – übersetzt in Euro und Cent – für mein Publikum haben. Das Ergebnis war erhellend.

Der Gegenwert in Heller und Pfennig

In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich Sie gebeten, auf der Grundlage der skizzierten Parameter des Experiments eine Schätzung abzugeben, welche Summe bei der Kollekte zusammengekommen ist. An dieser Stelle danke ich denjenigen, die mir geantwortet haben. Die Schätzungen reichten von 300 € bis 4000 €. Bei 4000 € hätte der Wert einer Idee bei 40 € gelegen, sofern jeder gleich viel gespendet hätte. Bei der Schätzung von 300 € wurde vermutlich davon ausgegangen, dass nicht jeder Zuhörer spenden würde. Genau das entspricht der Realität. 13 von 100 Zuhörern haben sich bei dem Vortrag in Hamburg auf das Spiel eingelassen, sofern nicht ein besonders großzügiger Zuhörer gleich mehrere Scheine in den Umschlag gelegt hat. Dabei sind insgesamt 120 € zusammengekommen. Gespendet wurden acht Mal 10 €, einmal 20 € und vier Mal 5 €.

Wertfreie Spekulation

Über die Motive, die zu dem Ergebnis beigetragen haben, lässt sich nur spekulieren.

  • Pragmatisch betrachtet: Die Zuhörer hatten kein Geld dabei.
  • Pessimistisch geurteilt: Im Vortrag kam keine wertvolle Idee vor.
  • Psychologisch eingeschätzt: Den Zuhörern war es unangenehm, bei einem Vortrag ihren Geldbeutel zu zücken.
  • Moralisch gesehen: Die Zuhörer empfanden es als Zumutung, für etwas zahlen zu sollen, das als kostenfrei angekündigt war.
  • Materiell gedeutet: Nehmen ist seliger als Geben.
  • Realistisch festgestellt: 87 von 100 Teilnehmern waren lieber Zuschauer als Mitspieler.

Wertvolle Anregungen

Über mein Experiment zur Frage „Welchen Wert haben Ideen?“ habe ich mit einigen Freunden und Sparringspartnern gesprochen. Die Reaktionen reichten dabei von Verblüffung, dass ich so ein Experiment überhaupt machen würde, bis zu angeregten und anregenden Diskussionen, wie man den Wert einer Idee – auch jenseits des materiellen Gegenwertes – messen könne. Und so habe ich mein Experiment zur Wertschätzung von Ideen bei meinem nächsten Vortrag „Wie Sie mit einem ungewöhnlichen Alleinstellungsmerkmal den Markt erobern“, zu dem 120 Zuhörer in Dresden gekommen waren, fortgesetzt.

Da jeder Mensch über ein Netzwerk verfügt – das sich aus Banken und Sparkassen, Rotary- und Lyons-Clubs, HWKs und IHKs, Vereinen und Versicherungen, Wirtschaftsclubs und Social-Media-Plattformen zusammensetzt –, habe ich die Zuhörer gebeten, wenn ihnen der Vortrag gefallen hat, am Ausgang ihre Visitenkarte in eine Schale zu legen, auf der sie den Namen eines persönlichen Kontakts notieren, dem sie mich als Speakerin empfehlen. Jetzt dürfen Sie noch einmal raten: Mit wie vielen Visitenkarten habe ich den Vortragssaal verlassen? Die Auflösung folgt, wenn mindestens drei Leser eine Schätzung abgeben oder mir einen wertvollen Tipp geben, wie sich der Wert von Ideen messen lässt.

Eigentlich wollte ich Ihnen noch verraten, was man aus ungewöhnlichen Preismodellen lernen kann. Aber dafür muss ich wohl noch weitere Experimente machen. So viel sei aber schon heute verraten: Das nächste Experiment ist bereits in Vorbereitung! Wer daran teilnehmen möchte, ist zu meinem Vortrag „Leben – Limited edition. Awards als Highlights von Events“ im Rahmen der Veranstaltung „Werte 2.0“ am 16.07.2013 auf dem Schloss Montabaur herzlich eingeladen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://bit.ly/18X2tRS

Mit experimentierfreudigen Grüßen aus Berlin
Kerstin Gernig

 

Dr. Kerstin Gernig, Agentur für KommunikationsGestaltung
www.kommunikationsgestaltung.com

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5 Kommentare
  1. So, dann mache ich hier mal den Anfang und schätze 12 Visitenkarten mit Kontaktangabe.

    Herzliche Grüße aus Bremen

    Kathrin Hollmann

  2. Willi P. Heuse sagt:

    Ich schließe mich an, aber nicht so optimistisch, und schätze 1 Visitenkarte.

    Herzliche Grüße aus Frankfurt

    Willi P. Heuse

  3. Doreen Peter sagt:

    Ich denke, es könnten 24 Visitenkarten geworden sein. Weil nicht jeder Bestatter/in auf die Schnelle ein passendes Podium für Sie liebe Frau Gernig aus dem Hut zaubern konnte, aber ich kann mich garantiert auch täuschen! Marktanalyse hat etwas mit rechnen zu tun…. war noch nie meine Stärke, smile!

  4. Hm, ich tippe mal pessimistisch, dass nicht sehr viel mehr Menschen Kontakte weitergeben, als Geld für eine Idee zu geben.
    Ich schätze: zwischen 8 und 15 Visitenkarten

    Herzliche Grüße,
    Susanne

  5. Die eigene Visitenkarte gibt man eher heraus als den Namen einer anderen Person, die hinterher vermutlich kontaktiert wird. Ich schätze es waren zwei Visitenkarten im Korb. Hoffentlich war nicht nur der Name des persönlichen Kontaktes, sondern auch dessen Telefonnummer drauf…

    Mit herzlichem Gruß,
    Birgit

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