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Getrennt gelebt – gemeinsam bestattet

13.04.2012
Gemeinschaftsgräber als Zukunftsmodel
Getrennt gelebt – gemeinsam bestattet

Immer mehr deutsche Friedhöfe bieten einheitlich gestaltete Gemeinschaftsgräber an. Damit erfüllen sie die Wünsche der Bürger nach gepflegten, nichtanonymen Grabstätten zu akzeptablen Preisen. Gleichzeitig minimieren die Friedhöfe Gebührenverluste, unter denen sie durch den Trend weg vom traditionellen Einzelgrab leiden.

Auch wenn sich traditionelle Familienstrukturen zunehmend auflösen, die Bundesbürger mobiler werden und die Grabpflege dadurch immer schwieriger wird: Vielen Menschen wünschen sich weiterhin ein gepflegtes Grab und ansprechend gestaltete Friedhöfe. Sichtbares Zeichen dafür sind Gemeinschaftsgräber, die auf immer mehr Friedhöfen eingerichtet werden. Reiner Sörries, Professor für Theologie und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (AFD) aus Kassel, hat prophezeit: „Zu den wichtigsten Grabstättenformen der Zukunft werden sich die Gemeinschaftsgrabstätten entwickeln.“

Gemeinschaftsgräber lassen sich beschreiben als einheitlich gestaltete Grabfelder, die Platz für eine größere Zahl an Urnen (selten Särgen) bieten. Die Grabpflege ist gewöhnlich in den Grabgebühren enthalten und wird vom Friedhof oder von Friedhofsgärtnern übernommen. Die Gesamtkosten für eine Grabstelle sind deshalb meist günstiger als bei traditionellen Einzelgräbern, die von den Friedhofsnutzern gepflegt werden müssen. Der Pflegeaufwand, an dem sich viele stören, entfällt. Im Gegensatz zum sehr günstigen, auch pflegefreien, anonymen Grab werden bei Gemeinschaftsgräbern die Namen der Verstorbenen auf einem gemeinsamen Grabmal oder kleinen Einzelgrabmalen genannt. Dies kommt dem Wunsch vieler nach einem Ort der Erinnerung entgegen.

Die Konzepte für Gemeinschaftsgräber sind zahlreich und verschieden. Üblich sind zum Beispiel einzelne Steinplatten in Blumenbeeten mit den Namen der Verstorbenen, Anlagen mit Namensplaketten auf gemeinsamen Stelen oder auch historische Grabstätten, auf denen die Namen der neu Beigesetzten eingemeißelt werden. Andere Gemeinschaftsgrabanlagen gleichen eher einem Park, wie zum Beispiel das Landschaftsgräberfeld „Mein letzter Garten“ in Karlsruhe. Auch die bundesweit acht Memoriam-Gärten, die in den letzten Jahren unter der Regie von Friedhofsgärtnern unter anderem in Berlin, Bonn und Duisburg angelegt wurden, erscheinen als parkartige Gartenlandschaften.

Der seit Jahren beobachtete Trend weg vom Einzelgrab und hin zu günstigen und anonymen Gräbern führt bei den Friedhöfen zu sinkenden Gebühreneinnahmen. Auch entstehen nicht mehr benötigte, aber weiterhin Pflegekosten verursachende Freiflächen. Mit Gemeinschaftsgräbern können Friedhofsverwaltungen den entstehenden Kostendruck mindern, denn diese „verbinden ein attraktives Angebot mit effizienter Flächennutzung und akzeptablen Gebühreneinnahmen“, sagt Christoph Keldenich, Geschäftsführer der Verbraucherinitiative Aeternitas. In Gladbeck zum Beispiel werden schon seit über zehn Jahren Gemeinschaftsgräber angeboten. Die Zahl der anonymen Bestattungen dort ist seitdem rapide gesunken.

Aeternitas hat die Idee der Gemeinschaftsgräber mitentwickelt und fördert diese seit vielen Jahren. Auf der nach dem Start vor sieben Jahren nun neu gestalteten Internetseite www.gemeinschaftsgrab.de beschreibt Aeternitas die Idee des Gemeinschaftsgrabes und zeigt Musterlösungen für Friedhofsträger und Beispiele aus der Praxis.

 

 

Informationen:

Aeternitas e.V. – Verbraucherinitiative Bestattungskultur

Alexander Helbach

Dollendorfer Straße 72, 53639 Königswinter

Telefon: 0 22 44 / 92 53 85, Fax: 0 22 44 / 92 53 88

E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de

www.aeternitas.de

Twitter: twitter.com/Aeternitas_eV

 

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