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Grabmal-TED-Sieger geehrt

12.09.2013
Platz 1 für "Haus ganz oben"
Grabmal-TED-Sieger geehrt

Die Verbraucherinitiative Aeternitas und die Fachzeitschrift Naturstein haben am 4. September auf dem Melatenfriedhof in Köln die Sieger des Grabmal-TEDs 2013 ausgezeichnet. Im Vorfeld wählten die Internetnutzer unter www.grabmal-ted.de von April bis August bereits zum achten Mal die besten Grabmale Deutschlands. In seiner Rede bei der Grabmal-TED-Siegerehrung im Schatten der 1245 geweihten Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus wagte Thomas Feldkamp, Grabmal-Experte von Aeternitas, eine Prognose: „Die Grabmale der Zukunft werden nicht mehr aussehen wie Grabmale.“ Darauf deuteten die Ergebnisse der vergangenen TED-Runden und insbesondere die diesjährigen Siegergrabmale hin. Feldkamp erwartet, dass Grabmale stärker geprägt sein werden von ökologischen Vorgaben, neuen Bestattungstrends und Grabformen sowie gelockerten Gestaltungsvorschriften. Darüber hinaus erwartet er verstärkt neue Materialien wie Holz, Glas und Metall und moderne Symbole und Sprüche.

Das Votum der Grabmal-TED-Besucher zeigt, dass rostiger Stahl, Eichenholz und betonartig anmutender Naturstein die Menschen überzeugen konnten. Gewonnen hat das Grabmal „Haus – ganz oben“ aus der Werkstatt von Bernd Foerster aus Homberg/Efze. Einen schmalen Schaft aus rostigem Stahl krönt ein stilisiertes Haus aus Brannenburger Nagelfluh – einem Naturstein aus Bayern, der wegen seiner Optik auch als „Herrgottsbeton“ bezeichnet wird und beispielhaft für die Vielfalt deutscher Natursteine steht. Laut Foerster könnten für dieses Grabmal aber auch andere Steinarten verwendet werden.

Den zweiten Platz sicherte sich der Metallgestalter Karl Vogel aus Fulda mit dem Grabmal „Geborgenheit“, gefertigt aus einem korrodierten Stahlträger mit einem geschmiedeten Kreuz davor. Feldkamp schätzt, dass hier nicht nur die ausdrucksstarke Gestaltung überzeugt hat, sondern darüber hinaus die Entstehungsgeschichte des Grabmals im Zusammenhang mit dem Tod des ebenfalls als Schmied tätigen Vaters.

Auf dem dritten Platz landete die Arbeit „Verlässlichkeit“, ebenfalls von Bernd Foerster. Hierbei ruht ein sich nach oben verjüngender, geschwungener Viertelkreis einer Eichenbaumscheibe auf einem schmalen, rostigen Stahl-Schaft. Stahl und Eiche stünden laut Feldkamp sinnbildlich für Wertigkeit und Langlebigkeit, für etwas, auf das „Verlass“ ist. Wie auch beim Siegergrabmal handelt es sich um ein sogenanntes „dieSignmal“ – Skulpturen, die laut Foerster „im Wohn- oder Arbeitsbereich aufgestellt, Zeugen sind von Geisteshaltung und Lebensart. Sie begleiten als Meditationssteine durchs Leben – sind Memento mori – und werden nach dem Tode zum Grabmal.“

Beim Grabmal-TED 2013 galten erstmals verschärfte Regeln. Hintergrund waren ökologische Aspekte sowie Berichte über Kinderarbeit bei der Produktion von Steinen für den deutschen Grabmalmarkt und Missstände bei den Arbeitsbedingungen in einigen Exportländern. Deshalb ließen die Veranstalter nur Grabmale aus deutschen Materialien und deutscher Fertigung zu. 19 Grabmal-Gestalter reichten 31 Grabmale ein. 50.000 User besuchten die Seite während der Abstimmungsphase. Die nächste Runde wird voraussichtlich im Frühjahr 2014 eingeläutet. Bis dahin (und darüber hinaus) werden alle 2013 eingereichten Grabmale auf der Aeternitas-Webseite www.gute-grabmale.de zu sehen sein.

Die TED-Sieger 2013 wurden im Rahmen des 2. Friedhofsgipfels geehrt. Die Teilnehmer befassten sich dort unter dem Titel „Auf dem Weg zu neuen Traditionen“ mit den Veränderungen der Friedhöfe und erörterten deren Gründe und daraus resultierenden Konsequenzen und Chancen für die Zukunft. Geladen waren Personen, die sich in unterschiedlicher Art beruflich mit dem Friedhof beschäftigen – Steinmetze, Friedhofsgärtner, Friedhofsverwalter und Bestatter ebenso wie Wissenschaftler, Journalisten und Buchautoren. Vorträge der Soziologen Matthias Meitzler und Dr. Thorsten Benkel von der Goethe-Universität Frankfurt sowie des niederländischen Historikers Dr. Wim Cappers führten in die Thematik ein. Initiator der Veranstaltungsreihe „Friedhofsgipfel“ ist die Verbraucherinitiative Aeternitas.

 

 

Informationen:

Aeternitas e.V. – Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Alexander Helbach

Dollendorfer Straße 72
53639 Königswinter
Telefon: 0 22 44 / 92 53 85
Fax: 0 22 44 / 92 53 88

alexander.helbach@aeternitas.de
www.aeternitas.de

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