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In case of emergency – Projekt Notfallkoffer für Trauerfeiern

11.02.2014
Ein Blogbeitrag von Barbara Rolf
In case of emergency – Projekt Notfallkoffer für Trauerfeiern
Franziska Molina

Natürlich geht meistens alles gut.

Dass alles und alle Notwendigen am Tag der Bestattung zur rechten Zeit am rechten Ort sind, dafür sorgen Bestatter, Friedhofspersonal, Geistliche, Redner, Mesner, Musiker und Gärtner nach Kräften. Jedem (Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel) ist bewusst, wie wichtig ein reibungsloser Ablauf für Angehörige und Trauernde ist, wie wenig fehlertolerant, wie dünnhäutig sie sind. Gelungene Trauerfeiern und zufriedene „Kunden“ – das ist menschlich und geschäftlich von größter Bedeutung.

Meistens geht ja auch alles gut.

Und doch gibt es die Dinge, die nicht in unserer Hand liegen, Fehler, Pannen, höhere Gewalt und manches Mal sogar Sabotage:

  • Der Pfarrer oder Redner, der im Stau steckt und nicht vor oder zurück kommt.
  • Der Gärtner, der auf dem Weg zum Friedhof einen Unfall hat.
  • Der Musiker, der am falschen Friedhof steht, zu weit weg, um es noch rechtzeitig zu schaffen.
  • Die CD, die beim Test problemlos lief und es plötzlich nicht mehr tut.
  • Die Aufbahrung, die geschlossen gewünscht wurde und nun doch eine offene sein soll.
  • Die Kranzschleife, die falsch beschriftet ist.

All das haben wir in den vergangenen Jahren erlebt, und ich denke, die meisten von Ihnen könnten die Liste mit eigenen Erfahrungen oder Erzählungen anderer ergänzen.

Ich wünsche mir, in solchen Situationen handlungsfähig zu sein, einen guten Plan B zu haben, so improvisieren zu können, dass das für alle Beteiligten gut ausgeht. Daher plane ich, gemeinsam mit meinem Team und mit Ihrer Unterstützung, einen Erste-Hilfe-Koffer für Bestattungsfeiern zu konzipieren. Diesen soll in Zukunft jeder Mitarbeiter von uns dabei haben, der eine Trauerfeier betreut.

In einem ersten Brainstorming fielen mir folgende Inhalte ein:

  • Seidenblumen
  • Noten
  • CDs
  • Stumpenkerze
  • 100 Teelichter
  • Feuer
  • Schere
  • Schmuckband (Kranzschleifen) in 3 verschiedenen Farben
  • Lackstifte in 3 verschiedenen Farben
  • Draht
  • Stecknadeln
  • Seidenblütenblätter
  • Akkuschrauber
  • Lotband
  • Handtacker und „Munition“ dafür
  • Ansprachen für verschiedene Situationen:
  • Erdbestattung weltlich
  • Erdbestattung religiös
  • Trauerfeier zur Feuerbestattung weltlich
  • Trauerfeier zur Feuerbestattung religiös
  • Urnentrauerfeier weltlich
  • Urnentrauerfeier religiös
  • Urnenbeisetzung weltlich
  • Urnenbeisetzung religiös
  • Bestattung eines Kindes weltlich
  • Bestattung eines Kindes religiös

Wir werden in Bälde mit dem Koffer-Projekt beginnen und unsere Ergebnisse gerne hier mit Ihnen teilen – sofern Interesse daran besteht. Um das feststellen zu können, bitten wir um Rückmeldungen. Ebenso freuen wir uns über weitere Ideen in Bezug auf den Koffer-Inhalt.

Danke! 🙂

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16 Kommentare
  1. Hallo Frau Rolf,

    ich finde Ihre Idee genial! Bisher ist die Liste ja doch schon ziemlich umfangreich, aber alles Sachen, die auch ich schon sicher irgendwann mal gebraucht hätte. Joch denke, da kann jede/r Kollegin/e ein Lied davon singen.
    Ich bin gespannt, wie das Endergebnis des Koffer-Projektes aussieht.

    Herzliche Grüße aus Tübingen,
    Roberto Seifert

  2. Eine gute Idee,
    ähnliches sollte man immer dabei haben.

    Zusätzlich sicherlich einige Tücher (Samt in schwarz und einem mittleren grün)
    das ganze kann man in Sytainern (Fa. Tanos) verstauen, dann hat man gleich in Verbindung mit den Tüchern „Säulen“ für evtl. Fälle.

    Batterien (wenn man etwas mit hat, was Batterien braucht) sind auch nicht verkehrt, denn meistens kündigen sich die Ausfälle nicht an.

    Ich habe sehr viel unseres Equipments in diesen Behältern, sie sind zwar nicht gerade günstig, dafür aber (fast) universell einsetzbar.

  3. Barbara Rolf sagt:

    Danke für Deine Rückmeldung, Alexander!
    Und danke für Ihre Tipps und Ergänzungen, Herr Köther!
    Schon notiert. 😉

  4. Bernd Litke sagt:

    Hallo, Frau Rolf,
    meine Erfahrung anlässlich Trauerfeiern: Das stimmt, was man Ihren Angaben zufolge im „Notfallkoffer“ braucht (von meinen Frankfurter Bestattern als „Nähkästsche'“ bewitzelt).

    Ich habe zusätzlich ein Schweizermesser dabei, außerdem Bindfaden, Schreibpapier und Tesafilm. Nützlich ist zusätzlich die Direktwahl oder Handynummer des zuständigen Friedhofsmitarbeiters bzw. im Ruhewald der Försterin oder des Försters.

    Ich bin auf Ihre vervollständigte Liste gespannt!

    Bernd Litke, säkularer Trauerredner und Ritualdesigner

  5. sehr gute Idee Frau Rolf,
    das eine oder andere hat man ja wirklich dabei, aber einen „Notfall-Koffer“, gepackt nach einer Liste die auch noch von Fachleuten erstellt wurde, dass wird ein MUSS!
    An Batterien habe ich auch sofort gedacht, denn was soll der Redner mit dem Micro, wenn nichts übertragen wird? Ein paar Sicherheitsnadeln haben wir auch immer dabei, und eine kleine Tube Uhu. Es kommt ja schon mal vor, dass jemand auf den Schleifen-Fransen steht und dann den Kranz versucht hoch zu heben. Sollte es der Organist mal nicht pünktlich schaffen, nutzen die CDs ohne CD-Player auch nicht viel. Also sollte der auch immer dabei sein.
    Unsere Friedhöfe sind in der Regel recht schlecht ausgestattet, da macht es schon Sinn mit einem kompletten (gut bestücktem) Dekorations-Fahrzeug zur Beerdigung zu fahren, aber diese Koffer-Idee hat was sehr gutes! 🙂

  6. Barbara Rolf sagt:

    Danke, Herr Lietke und Herr Flack, für diese Ergänzungen!
    Ich sehe schon, wir kriegen locker einen Kleintransporter voll, wenn das so weitergeht.
    Nein, Spaß bei Seite, ich bin begeistert, wie effektiv so ein gemeinsames Brainstorming ist. Super!

  7. Vor kurzem schmerzlich vermisst wurde ein Urnennetz, da die Urne eine Aschekapsel ohne Bänder war. Das müsste in meine Kiste auf alle Fälle mit rein.

  8. Heike Bergmann sagt:

    Prima Idee, Barbara!

    Was mir noch einfällt:
    – Verlängerungskabel
    – Cutter (meist praktischer als eine Schere)
    – Hammer/Zange
    – Kabelbinder!!!
    – evtl. Heißklebepistole (statt Tacker – vielfältiger und leiser)
    – Doppelklebeband (viel höhere Tragkraft als „umgedrehter“ Tesa!)
    – Musikbibliothek auf dem ipad (statt vieler empfindlicher CD’s)
    (- Guthaben-Ersatzhandy)

    Am besten am Notfall-Koffer gefallen mir die vorbereiteten Ersatz-Reden – kein größerer GAU, als wenn sich wer etwas auf die Schnelle zusammenstottert!

    Liebe Grüße!

  9. Björn Hafner sagt:

    Super Idee mit dem Emergency Koffer!

    Bei offenen Aufbahrungen werden die Verstorbenen zwar immer gut hergerichtet (Ligatur, Tamponade, Rasiert, gecremt etc.) aber von Versorgung und Aufbahrung können schon mal 1-2 Tage vergehen.
    Aus diesem Grund haben wir immer Mundstützen, Feuchttücher, Sterbehemd für Männer und Frauen, Creme, Kamm mit dabei. So können wir, sollte doch mal was daneben gehen, immer noch die Möglichkeit zum Abschied ermöglichen.

  10. Barbara Rolf sagt:

    Danke, Herr Hafner, für die Ergänzung!
    Richtig, auch Basis-Versorgungsmaterialien sollten im Koffer sein.

    Um Missverständnisse zu vermeiden:
    Selbstverständlich müssen die verstorbenen Menschen ausnahmslos gut gerichtet und würdevoll eingebettet sein. Wir hatten nur schon das Problem, dass das Lotband durchlöchert oder gar abgerissen war, nachdem wir einen schon verschlossenen Sarg nochmals öffnen sollten. Das möchte ich in solchen Fällen auf die Schnelle erneuern können. Und einmal wurde die Sargöffnung so kurz vor der Feier verlangt, dass wir Not hatten, die 6 Schrauben (das waren solche Kugeln mit versenkten Kreuzschlitzschrauben) so schnell aufzukriegen. Da hatte ich mir sehnlichst einen Akkuschrauber gewünscht…

  11. Barbara Rolf sagt:

    Danke, Heike, für Deine Rückmeldung und die Koffer-Ergänzungen. Prima!

  12. Barbara Rolf sagt:

    Oh ja, Frau Janetzky, jetzt, wo Sie es sagen, erinnere ich mich auch an so eine Situation. Das war sehr unangenehm…
    Urnennetz hinzugefügt!

  13. Barbara Rolf sagt:

    Kennen Sie das Spiel „Ich packe in meinen Koffer“?
    Da muss ich gerade dran denken und schmunzeln.
    Hätte man mir damals, als wir das als Kinder spielten, gesagt, ich würde mal mit Hilfe von Kollegen und anderen Branchenkennern einen Beerdigungs-Koffer packen, wäre ich lachend vom Stuhl gefallen oder schreiend weggerannt. So ändern sich die Zeiten…

  14. Bettina sagt:

    Hallo Barbara,
    dein Blogeintrag steht nun schon wieder ein paar Wochen hier und einige solcher Pannen haben auch wir schon erlebt.
    Da die Liste nun schon ziemlich lang ist und wir einige der aufgezählten Dinge eh immer dabei haben(wir sind mehr auf dem Land unterwegs und haben hier Trauerhallen(meist) ohne Deko usw. ) Redner- Kondolenzpulte, Dekostoffe,Kerzen,Kerzen – Urnen- Kranzständer, Musikanlagen, ganz ganz viel Kleinkram usw. fahren wir von Ort zu Ort. Nun gehört aber auch zur „Standartbeladung“ eine Kabeltrommel und Ersatzbatterien für Musikanlage und Kamera. Uns ist mal die Musikanlage ausgefallen- der AKKU der eben noch prima lief verabschiedete sich! Nur gut das die meisten Trauerhallen schon Strom haben 😉 und wir für diese Panne ein Zweitgerät mit Batterien dabei hatten und diese auch noch genug Power um die restliche Musik störungsfrei abzuspielen.
    Einige Dinge aus Deinem Koffer werden aber auch wir noch zusätzlich einladen…. für Plan A -B oder auch C (puhhh …ich hoffe manches nie brauchen zu müssen)
    Bin gespannt wie der gepackte Koffer aussieht – Super Idee und lieben Dank dafür.

  15. Sorry habe den Nachnamen vergessen…. soll natürlich Bettina Werner heißen. 😉
    kann es leider nun nicht mehr selber ändern.

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