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Innovative Honorargestaltung

15.05.2013
Ein Blogbeitrag von Dr. Kerstin Gernig
Innovative Honorargestaltung

Welchen Wert haben Ideen?

Im Urlaub habe ich ein Buch gelesen mit dem Titel „Mach, was Du liebst, und werde reich damit“. Das klingt verlockend – oder?! Am Ende der Lektüre habe ich mich gefragt, was ich eigentlich am liebsten mache. Die Antwort ist mir nicht leicht gefallen, da ich ebenso gerne berate wie coache, Veranstaltungen konzipiere oder auch moderiere, schreibe und lese … All das macht mir Freude, aber ich liebe es besonders, Vorträge zu halten. Es macht mir einfach Spaß, Ideen zu entwickeln, sie mit anderen zu teilen und immer wieder neue Perspektiven zu entdecken. Wenn man Ideen mit anderen teilt, erhöht sich die Chance, dass sie realisiert werden. Am Anfang war das Wort, die Idee, die Vision. Dann folgte die Tat, die Umsetzung, die Realisierung. Jemand träumte vom Fliegen und konstruierte Heißluftballone. Jemand träumte davon, über weite Entfernungen hinweg kommunizieren zu können, und entwickelte den Fernsprecher. Jemand träumte vom Luxus im Dschungel und baute eine Dschungel-Lodge. Und so ging es in meinem letzten Vortrag um ungewöhnliche Unternehmer, ungewöhnliche Geschäftsideen und ungewöhnliche Pfade, die von der Idee zur Umsetzung führten. 100 Leute waren gekommen, mehr Menschen als Stühle im Vortragsraum. Der Vortrag hieß: „Was Querdenker auszeichnet – Erfolgsstrategien außergewöhnlicher Unternehmer“. Bei diesem Thema wagte ich ein Experiment, von dem ich Ihnen heute berichten möchte.

 

Blick hinter die Kulissen

 

Auf dem Weg von Berlin nach Hamburg erinnerte ich mich im Zug an ein Erlebnis, das ich vor vielen Jahren bei einem Gottesdienst auf dem Harvard-Campus in Cambridge bei Boston hatte. Der Pfarrer begann den Gottesdienst mit folgenden Worten: „Ladies and Gentlemen, wenn Sie in die Oper gehen, zahlen Sie Eintritt. Wenn Sie ins Theater gehen, zahlen Sie Eintritt. Wenn Sie ins Kino gehen, zahlen Sie Eintritt. Und wenn Sie zu mir in die Kirche kommen …“. In der Kirche wurde ein freiwilliger Obolus erhoben, doch nicht, indem einfach nur ein Klingelbeutel sang- und klanglos durch die Reihen gereicht wurde, sondern indem an schöne, wertvolle, bereichernde Momente im Leben der Menschen erinnert wurde. Eine Spende oder Gabe bringt eine persönliche Wertschätzung zum Ausdruck, die auf keinem Preisschild und in keiner Honorarvereinbarung festgelegt ist. Und ich fragte mich, was ein Vortrag für einen Zuhörer eigentlich wert ist. Welchen Wert haben Ideen? Und so beschloss ich, ein Experiment mit meinen Zuhörern zu machen. 80 Stühle standen im Raum, 100 Personen waren gekommen. Ich erzählte, was ich bei dem Pfarrer in Cambridge erlebt hatte, sagte, dass ich auf eigene Kosten und ohne Honorar angereist sei, und lud die Anwesenden ein, in einen Umschlag den Betrag zu geben, der Ihnen der Vortrag oder aber auch eine Idee des Vortrags wert sei. Ich fügte hinzu, dass niemand verpflichtet sei, etwas zu spenden, da ja alle Anwesenden bereits Eintritt für die Messe bezahlt hatten.

An dieser Stelle möchte ich denjenigen unter Ihnen ganz herzlich danken, die spontan bereit waren, an dem Experiment nicht nur als Zuschauer, sondern als Mitspieler teilzunehmen! Denn sie liefern den Stoff, aus dem die Träume sind …

Was schätzen Sie, welcher Betrag bei dieser experimentellen Kollekte zusammengekommen ist? Zu berücksichtigen sind bei der Schätzung folgende Parameter:

  Die Teilnehmer wurden von dem Experiment überrascht.

  Die Teilnehmer hatten bereits Eintritt für die Messe bezahlt und die Vorträge waren Teil des Rahmenprogramms.

  Es ist in Deutschland kaum verbreitet, eine Leistung gegen eine freiwillige Spende zu erbringen.

  Der herumgereichte Umschlag bestand ad hoc improvisiert nur aus einer Klarsichtfolie und einem darin gefalteten Blatt Papier.

  Und „last but not least“: Im Publikum saßen überwiegend Bestattungsunternehmer.

Wenn mindestens drei Leser im Kommentarfeld eine Schätzung abgeben, welche Summe bei der experimentellen Kollekte zusammengekommen ist, verrate ich Ihnen, wie die Geschichte ausgegangen ist und was Sie aus ungewöhnlichen Preismodellen lernen können. 

Mit gespannten Grüßen aus Berlin

Kerstin Gernig

 

PS: Ich lade Sie herzlich zu meinem nächsten Vortrag am 25.05.2013 von 11.00-12.00 Uhr zum Thema „Wie Sie mit einem ungewöhnlichen Alleinstellungsmerkmal den Markt erobern“ im Rahmen der Pieta in Dresden ein. Seien Sie gespannt: Es wird wieder ein Experiment geben! 

PPS: Bei Interesse biete ich Ihnen an meinem Stand E01 auf der Pieta vom 24.-26.05.2013 ein kostenfreies 15-minütiges Kurzzeitcoaching an. Sie treffen mich dort, wenn ich nicht gerade das Rahmenprogramm der Pieta „Fit für die Zukunft“ moderiere.

 

Dr. Kerstin Gernig, Agentur für KommunikationsGestaltung

www.kommunikationsgestaltung.com

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6 Kommentare
  1. Ich schätze mal EUR 300,- :-))

    Bin gespannt auf die Antwort!
    Herzliche Grüße,
    Susanne Waldfahrer

  2. Sylvi sagt:

    Hallo Kerstin,

    eine kleine Erfahrungsgeschichte zu diesem Thema.

    Als vor Jahren noch eine Vorschrift besagte, dass zum Verkaufen an einem Stand eine besondere Genehmigung erforderlich sei, empfahl ich demjenigen, die Ware (Getränke, Würstchen u. ä.) gegen freiwillige Spende abzugeben.

    Ich bekam eine Rückmeldung, dass die betreffende Person das künftig immer so handhaben würde, da es wesentlich einträglicher war als gegen festes Entgelt zuvor. Daher kann ich Deine Erfahrung sehr gut nachvollziehen.

    Ich wage auch mal eine Schätzung: 900,00 €. 🙂

    Lieben Gruß
    Sylvi

  3. Ich sage mal 420 €. Bin gespannt auf die Auflösung.

    Viel Erfolg und spannende Begegnungen auf der Pieta!

  4. Kai Fiefstück sagt:

    Ich hoffe auf 1000€ und bitte um Auflösung :?)

  5. Vielen Dank für Ihre Schätzung. Die Antwort findet sich bereits im nächsten Blogbeitrag: „Eine Methode des Wissens ist das Experiment“.

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