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Innovatoren denken in Lösungen

17.04.2013
Ein Blogbeitrag von Dr. Kerstin Gernig
Innovatoren denken in Lösungen

Innovative Menschen ticken anders. Seitdem ich mich mit Innovationen beschäftige, achte ich in Gesprächen stärker darauf, ob Menschen ein Glas als halb voll oder als halb leer betrachten. Hand aufs Herz: Wie ist Ihre Lebenseinstellung? Haben Sie eher ein optimistisches oder eher ein pessimistisches Weltbild? Das Gleichnis des halb vollen Glases zeigt, wie stark es auf unsere Wahrnehmung der Welt ankommt – stärker auf das „wie“ als auf das „was“. Das erkennen Sie daran, dass die gleiche Situation von einem Mensch als Problem und von einem anderen Menschen als Herausforderung wahrgenommen werden kann. Während der Begriff „Problem“ geistig bremst und häufig in eine mentale Sackgasse führt, spornt der Begriff „Herausforderung“ an, eine Lösung zu finden. Innovatoren fragen sich deshalb nicht zuerst, „ob“ etwas möglich ist, das sie erreichen wollen, sondern sie fragen sich zunächst, „wie“ eine neue Idee realisiert werden kann.

Partygäste

Können Sie sich beispielsweise vorstellen, ein Restaurant zu eröffnen, in dem es billiger ist, essen zu gehen, als zu Hause selbst zu kochen? Stellen Sie die Frage so, werden Sie von den Bedenkenträgern zu hören bekommen: „Wenn das möglich wäre, gäbe es das schon.“ Formulieren Sie die Frage deshalb doch einfach einmal anders: „Wie müsste ein Restaurantkonzept aussehen, damit es billiger ist, dort essen zu gehen, als zu Hause selbst zu kochen?“ Allein durch die leicht veränderte Frage erhalten Sie ganz andere Antworten. Machen Sie das Experiment bei einer Party mit Freunden und Gästen und lassen Sie sich von den Reaktionen überraschen. Ich habe das Experiment bei einem Entrepreneurship-Summit mit 250 Teilnehmern gemacht. Es war faszinierend zu sehen, auf welche außergewöhnlichen Ideen Menschen kommen können, wenn in einer Brainstorming-Phase alle Ideen zugelassen und nicht sofort bewertet werden.

Spontan bewerten wir alles, was uns widerfährt sofort nach den Kriterien „gefällt mir“, „gefällt mir nicht“ – „finde ich gut“, „finde ich schlecht“ – „ist mir angenehm“, „ist mir unangenehm“. Diese Bewertungen haben eine wesentliche Funktion in unserem Leben. Sie ermöglichen es uns, uns in der Welt zu orientieren. Doch Innovationen können diese Bewertungen im Weg stehen, da sie den Blick nicht auf Alternativen weiten, sondern auf eine Perspektive verengen. Innovatoren erkennen Sie daran, dass sie auf neue Ideen nicht sofort mit „ja, aber“ reagieren, sondern mit „warum nicht?“ Gäbe es nur realistische Ja-aber-Typen, die als Korrektiv bei Innovationsprozessen in einer Entwicklungsphase durchaus eine wichtige Funktion übernehmen, dann hätte nie ein Mensch einen Fuß auf den Mond gesetzt.

Kennen Sie mehr Bedenkenträger, Pessimisten, Ja-aber-Typen oder kennen Sie mehr Chancen-Sucher, Optimisten, Vordenker, Wagemutige? Achten Sie bei der nächsten Party einfach einmal darauf, als wie voll Ihr Gegenüber sein Glas wahrnimmt. Sie können das Experiment auch noch steigern: Will ihr Gegenüber „the smartest man in the room“ sein oder „the smartest man in the room“ treffen? Wer von beiden verlässt die Party mit mehr neuen Ideen?

Perlentaucher

Damit Sie den Club der Optimisten bereichern, verrate ich Ihnen eines meiner täglichen Rituale: Am Ende eines Tages frage ich mich, was die Perle des Tages für mich war. Das kann eine Begegnung, ein Gedanke, eine Idee, eine Anregung oder auch ein Lächeln sein. Wer auf die Perlen des Tages achtet, wird die Welt mit den neugierig offenen Augen eines Kindes wahrnehmen. Man sieht nur, worauf man achtet. Wer etwas zu kritisieren sucht, wird etwas zu kritisieren finden. Wer etwas zu bewundern sucht, wird etwas zu bewundern finden. Wer etwas zu loben sucht, wird etwas zu loben finden. Wer etwas zum Ärgern sucht, wird etwas zum Ärgern finden. Wer etwas zum Freuen sucht, wird etwas zum Freuen finden. Was wollen Sie finden?

Jede Begegnung kann eine Bereicherung sein für den, der aufmerksam hinsieht und achtsam zuhört. Nicht allein, was uns im Leben widerfährt, entscheidet, wie wir die Welt erleben, sondern vor allem, wie wir uns zu dem verhalten, was uns widerfährt. Und das hängt wesentlich mit unserer Lebenseinstellung zusammen.

Alle Perlentaucher lade ich ein, seine Ideen und Gedanken, Fragen und Anregungen mit mir live zu teilen bei einem meiner Vorträge im April:

  • am 19. April 2013 bei der Führungskräftetagung von Ahorn in Dessau: „Wie Ihre Kommunikation auf Ihre Kunden wirkt“
  • am 20. April 2013 bei der Forum in Hamburg: „Was Querdenker auszeichnet – Erfolgsstrategien außergewöhnlicher Unternehmer“

Ich freue mich auf die Begegnung mit Ihnen.

Viel Spaß beim Perlentauchen!

 

Anregungen, Fragen, Hinweise, Ideen, Wünsche?

Nutzen Sie das Kommentarfeld.

 

Dr. Kerstin Gernig, Agentur für KommunikationsGestaltung

www.kommunikationsgestaltung.com

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