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Das Internet verändert die Bestattungsbranche

14.01.2014
Ein Blogbeitrag von Birgit Aurelia Janetzky
Das Internet verändert die Bestattungsbranche

Dem Internet kann sich kein Unternehmen mehr völlig entziehen. Die Veränderungen, die es auslöst können nicht mehr gestoppt werden. Das Internet gehört wie auch der Tod zum Leben dazu. Wie wird Abschiednehmen, Tod und Trauer im Internet kommuniziert? Wer beteiligt sich und welche Plattformen sind am besten geeignet?

Das neue Jahr hat begonnen. Wie viele von Ihnen habe auch ich ein paar gute Vorsätze gefasst. Ich bringe meine Online-Auftritte in Ordnung. Einmal im Monat schreibe ich hier auf Adeo-Online einen Beitrag. Dabei verfolge ich meinen thematischen Schwerpunkt:

Die Schnittstelle von Mensch, Tod und Internet

Aspekte dieses Themenkreises sind:

  • Trauer und Internet:
    Wie nutzen Menschen das Internet in Zeiten der Trauer, was sind die Chancen und Risiken?
  • Digitaler Nachlass:
    Was passiert mit den digitalen Hinterlassenschaften, wenn ein Mensch gestorben ist?
  • Social Media:
    Wie werden die Social Media Plattformen in der Bestattungsbranche genutzt, wie verändern sie die Kommunikation mit Kunden?
  • Onlineplattformen:
    Welche Trends gibt es im Internet und welche Auswirkungen haben sie auf die Bestattungsbranche?

Digital Natives und Digital Immigrants

Der Psychologe und Unternehmensberater Peter Kruse unterscheidet Internetnutzer nach verschiedenen Kriterien und hat diese in vier Gruppen eingeteilt. Die junge Generation von Bestatterinnen und Bestattern sind bereits Digital Natives (1), also Menschen, die mit den digitalen Medien aufgewachsen sind. Sie nutzen das Internet mit einer Selbstverständlichkeit, bei denen den Digital Immigrants (2)– das sind die Menschen, die noch ein Leben ohne Internet kennen – der Atem stehen bleibt. Das führt über kurz oder lang zu Auseinandersetzungen über den richtigen Umgang mit dem Internet im Allgemeinen und den sozialen Netzwerken im Besonderen.

Kruse bleibt bei dieser Unterscheidung nach Altersgruppen jedoch nicht stehen. Er sieht in der Frage der Internetnutzung letztlich keinen Generationenkonflikt, sondern einen Wertekonflikt. Auf der einen Seite sieht er die Digital Residents (3), egal welchen Alters, die sich das Internet erobern, selbst Inhalte schaffen und die nötige inhaltliche Kompetenz mitbringen. Auf der anderen Seite stehen die Digital Visitors (4), Menschen, die das Internet zur Informationsbeschaffung nutzen, sich ansonsten aber davon distanzieren. Wer diese Hinweise vertiefen möchte, dem empfehle ich diesen Artikel. Zu welcher Gruppe zählen Sie?

Ich erlebe viele Bestatterinnen und Bestatter, Verantwortliche in den Verbänden und Institutionen, die eher zu den Digital Visitors zu zählen sind. Ihr Umgang mit dem Internet ist von Misstrauen geprägt. Daneben beobachte ich einige, die voller Neugierde die Möglichkeiten der Internetwelt erkunden und einige wenige, die mit ihrem Webauftritt und Aktivitäten in den sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook oder Twitter, Maßstäbe setzen.

Lernen durch Handeln

Um noch fundierter schreiben und beraten zu können, mache ich derzeit eine Fortbildung zur Social Media Managerin an der Business Academy Ruhr.  Dazu gehört auch eine schrittweise Überarbeitung meiner eigenen Profile und Angebote. Ich freue mich darauf, mit Ihnen hier auf Adeo in diesem Jahr durchzugehen, wie sich die Entwicklungen im Internet auf die Bestattungsbranche und Menschen in Zeiten der Trauer auswirken.

Wie sehen Ihre guten Vorsätze für 2014 aus? Vielleicht gehört dazu, sich für Ihr Unternehmen eine umfassende Social-Media Strategie zu erarbeiten. Einige Hausnummern kleiner wäre das Projekt, sich ein Profil auf Xing oder auf Facebook einzurichten, um mit der Welt der Sozialen Netzwerke vertrauter zu werden. Oder in einem ersten kleinen Schritt auszuprobieren wie es ist, in einem Kommentar vom Lesenden zum Schreibenden zu werden. Ich lade Sie ein, mit mir zu diskutieren, Beispiele zu ergänzen, Fragen zu stellen, und freue mich auf eine spannende Entdeckungsreise in der virtuellen Welt.

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3 Kommentare
  1. Gut dass Birgit Aurelia Janetzky schon so frühzeitig angefangen hat sich als Expertin für Social Media zu positionieren – speziell für Trauer und Bestattungswesen. Das Thema wird nun so relevant dass auch konservative Bestater sich nicht mehr verschließen können – allein schon weil die klassische Print-Traueranzeige immer seltener ihre Zielgruppen erreicht und alternative Angebote erstellt werden müssen um den Angehörigen gerecht zu werden. Danke dafür – sehr wichtig!

  2. eine sehr wichtige und interessante Schnittstelle hat Birgit Aurelia Janetzky da in ihren Focus gerückt. Und gut, dass sie nicht bei dieser heute nicht mehr nachvollziehbaren Unterscheidung in sogenannte Digital Natives und Digital Immigrants stehen bleibt, sondern auf den einen Wertekonflikt zwischen Residents und Visitors hinweist, denn das ist der wirklich gravierende Unteschied in der Internetnutzung. Man kann nur wünschen, dass nicht nur Bestatter sondern auch Friedhofsverwalter sich stärker in die soziale Welt des Internets einbringen, sonst läuft ihnen die Entwicklung einfach davon.

  3. Liebe Frau Leisner,
    danke dass Sie noch einmal die Friedhofsträger extra benennen, die waren im Artikel unter „Verantwortliche in den Institutionen“ mit gemeint. Der Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg geht hier mit gutem Beispiel voran: https://www.facebook.com/Friedhof.Ohlsdorf

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