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Kinder gehen mit großer Unbefangenheit und offener Neugier an das Thema ran.

25.10.2011
Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod!" eröffnet.
Kinder gehen mit großer Unbefangenheit und offener Neugier an das Thema ran.
Fotos: Nik Schölzel

Am 15. Oktober eröffnete im Kindermuseum des Edwin Scharff Museums am Neu-Ulmer Petrusplatz, die Ausstellung: „Erzähl mir was vom Tod! – Eine interaktive Ausstellung über das Davor und das Danach“.  Die Ausstellung lädt Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene dazu ein, sich auf spielerische Weise mit dem Tabuthema Sterben und Tod zu befassen.

 

Foto: Nik Schölzel

 

Die Ausstellung passt in das Konzept des Neu-Ulmer Kindermuseums. „Eigenständiges Erforschen und spielerisches Lernen sind in überschaubaren Experimentier- und Mitmachstationen möglich und machen kleine und große Besucherinnen und Besucher zu aktiven Mitspielerinnen und Mitspielern“, heißt es auf der Homepage – und das gilt auch für die aktuelle Ausstellung. An 14 interaktiven Stationen werden die Gäste auf 400 Quadratmetern zum Mitmachen aufgefordert und eingeladen, sich mit der Vergänglichkeit, dem Werden und Vergehen von Natur und Mensch und damit auch sehr intensiv mit dem Leben zu beschäftigen. Im „Paradiesgarten“ etwa können sie an einen Baum Zettel mit ihren eigenen Vorstellungen vom Jenseits hängen.

Foto: Nik Schölzel

 

„Mir hat am besten das Skelett gefallen weil ich noch nie ein Skelett gesehen habe und die weißen Bäumen, an denen konnte man seine Erinnerungen aufhängen“

 

Auch Einblicke in fremde Kulturen werden geboten: Ein mexikanisches Totenfest erinnert knallbunt und an Eindrücken überbordend an den Toten. Denn die Mexikaner sagen, dass sie nur sterben, wenn sie in den Herzen sterben. In der ägyptischen Pyramide begegnen die Besucher dem Totengott Osiris. Wer will, kann sich auch einen Ewigkeitstrank brauen, schätzen, wie alt verschiedene Lebewesen werden oder Gevatter Tod in Märchen und Spielen begegnen.

 

Foto: Nik Schölzel

 

„Wir haben einen Trank gemacht aus Wasser und Kamille und Zitrone und Zucker und man musste umrühren und mit Augen zu trinken und dann wurde man unsterblich.“

 

Die stellvertretende Leiterin des Edwin Scharff Museums, Birgit Höppl, freut sich über die positive Resonanz und hat in diesen ersten Tagen bereits eine Tendenz erkannt. „Die Kinder gehen mit großer Unbefangenheit und offener Neugier an das Thema ran. Kinder wissen, es gibt traurige Abschiede, sie sind jedoch nicht schockiert übers Ableben. Die Situation, dass jemand nicht mehr da ist, wie die Oma oder der eigene Hund, kennen viele. Kinder haben einen Bedarf an dem Thema. Die Erwachsenen, die Eltern, haben zum Teil viel größere Ängste und ich glaube, die Ausstellung ist eine Chance innerhalb der Familien, sich neugierig, mutig, und auch lustvoll dem Thema zu nähern“, sagt Höppl. Bis zum 9. September 2012, so lange wird die Ausstellung in Neu-Ulm zu besuchen sein, wird sie sicher noch viele Erfahrungen sammeln.

 

„Ich fand es cool, dass man in einem Raum ausprobieren kann, wie es ist, wenn man in einem Sarg liegt. Eigentlich ist es sehr bequem …“

 

 

Informationen:

Die Ausstellung „Erzähl mir was vom Tod! – Eine interaktive Ausstellung über das Davor und das Danach“ im Kindermuseum des Edwin Scharff Museums ist vom 15. Oktober 2011 bis 9. September 2012 dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr, donnerstags bis samstags von 13 bis 18 und sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Anmeldungen für Gruppen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

www.edwinscharffmuseum.de

Edwin Scharff Museum, Petrusplatz 4, 89231 Neu-Ulm, Tel.: 0731/9726318

 

Eintrittspreise

Kinder bis 14 Jahre und Schulklassen ohne Führung frei

Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 4 Euro (Senioren, Behinderte, Schüler, Studenten, Sozialhilfeempfänger)

Jugendliche (15-18 Jahre) 1 Euro

Familienkarte (zwei Erwachsene mit Kindern) 9 Euro

Familienjahreskarte 38 Euro

Erwachsene, Jahreskarte 23 Euro

Erwachsene, ermäßigt, Jahreskarte 18 Euro

 

 

 

 

 

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2 Kommentare
  1. Gute Sache! Die Ansicht, dass Kinder nicht vom Thema Tod ferngehalten werden sollten, setzt sich zum Glück immer mehr durch. Kinder brauchen nur eine behutsame, auf sie abgestimmte Heransgehensweise.

  2. Liebes Kindermuseum-Team,

    wunderbar, dass Sie den Mut hatten, diese „berührbare“ Ausstellung zu dem für uns Erwachsene oft so schwierigen Thema Sterben-Tod-Trauer nach Ulm/Neu-Ulm zu holen. Und ich schreibe bewusst Ulm/Neu-Ulm, weil wir auch Familien in Neu-Ulm und Landkreis mit Hospiz Ulm begleiten.

    Kinder sind für die ganze Welt, ihre Wunder und alle Ereignisse offen und immer neugierig auf neue Erfahrungen. Lassen wir uns doch wie die Kinder auch auf diese unbefangene Herangehensweise ein.

    Außerdem freut es uns ganz besonders, dass Sie mit dieser Ausstellung am bundesweiten Tag der Kinderhospizarbeit am Fr 10.02.2012 Teil unserer Kinderhospiz-Stafette sind. An diesem Tag besuchen wir mit einem Kleinbus, rappenden Musikern und Fachleuten einige Veranstaltungen der jetzt 33 landesweit arbeitenden Kinder- und Jugendhospizdienste. Herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft mit Hospiz Ulm dafür zu kooperieren.

    Herzliche Grüße aus Ulm-Donaustetten

    Birgit Slave

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