Bestellen Sie hier unseren Newsletter

Kinder trauern anders

09.05.2012
Verhalten ist in verschiedenen Altersstufen unterschiedlich
Kinder trauern anders
Foto: Nik Schölzel - Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod"
Im Umgang mit der Trauer helfen ehrliche und zugleich liebevolle Worte. Denn nichts verunsichert Kinder mehr, als wenn sie merken: Die Erwachsenen wollen etwas Schreckliches vor mir verbergen.
Eine bewusste Sprache hilft dabei, dass Kinder nicht unnötig durch falsche Vorstellungen geängstigt werden. Es ist besser, zu sagen, „der Opa kommt nie mehr wieder“ als „den Opa haben die Engel geholt“. Denn dann folgt unweigerlich die Frage: „Und wann bringen sie ihn zurück?“

„Das verstehst Du noch nicht, dazu bist du zu klein“ – diesen Satz bekommen Kinder oft zu hören. Doch gerade, wenn es um den Tod geht, sollte man Kindern nichts verschweigen, im Gegenteil

 

„Wir wollen Kindern eigentlich helfen und lassen sie durch falsche Rücksichtnahme doch alleine“, sagt Oliver Wirthmann, Theologe und Geschäftsführer im Kuratorium Deutsche Bestattungskultur.
Kinder trauern anders als Erwachsene. Die kindliche Trauer zeigt sich oft sprunghaft: Die Kinder weinen und im nächsten Moment sind sie wieder fröhlich. Sie agieren oftmals spontan, ziehen sich zurück oder sind aggressiv und wütend. Andere sind wiederum auf den ersten Blick albern, fröhlich und ausgelassen und verhalten sich so, als ob nichts geschehen wäre. Im nächsten Moment fangen Sie plötzlich an zu weinen. Wenn Angehörige stark mit ihrer eigenen Trauer beschäftigt sind, spüren Kinder das sehr genau. Oftmals leugnen sie deshalb ihre eigenen Trauergefühle, um die Angehörigen nicht noch mehr zu belasten.

Trauer bei Kindern in verschiedenen Altersstufen

Die Reaktionen auf den Verlust sind altersabhängig: Säuglinge und Kleinkinder haben kein reflektiertes Verhältnis zum Tod, sie empfinden eher Trennungsschmerz, wenn eine vertraute Person fehlt. Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren entwickeln erst langsam ein Verständnis der zeitlichen Dimension „für immer“; oft wehren sie schmerzliche Gefühle mit übertriebener Albernheit ab. Erst ab einem Alter von 10, 12 Jahren kann von kindlicher Trauer gesprochen werden. Nun können sie auch bewusst von einem Verstorbenen Abschied nehmen: Denn das Kind gehört zur Familie und teilt deren Schmerz. Es braucht keine Schonung, sondern authentische Wegbegleiter, die ehrliche Antworten geben. Vielleicht wollen Kinder ein gemaltes Bild mit in den Sarg legen? Nicht nur Eltern können ihre Kinder trösten, auch umgekehrt ist das möglich. Auch sollten Eltern ihre Kinder ruhig an der Trauerfeier teilnehmen lassen.
In Trauergruppen ist es wichtig, Kindern neben Gesprächsangeboten, auch kreative und spielerische Möglichkeiten zu geben. Auch eine Trauerbegleitung mit Tieren hat sich bewährt – hier finden Kinder Wärme und spüren Lebendigkeit.

Informationen:
Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V.
Oliver Wirthmann, Geschäftsführer
Volmerswerther Str. 79
40221 Düsseldorf

www.bestatter.de
Telefon:0211-16008-10

Artikel Bewerten: Social:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(keine Bewertung abgegeben)
Loading...
0 Kommentare

Hinterlasse eine Antwort