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Marktwirtschaft auf dem Friedhof?

08.04.2014
Interview mit Hans-Joachim Frenz
Marktwirtschaft auf dem Friedhof?
Hans-Joachim Frenz

adeo-online hatte Gelegenheit, mit dem Adelta-Experte Hans-Joachim Frenz, über „All-inklusive-Bestatter“, ADELTA und das Geschäft mit dem Tod zu sprechen.

 

adeo-online: Herr Frenz, ein Mensch stirbt, der Bestatter möchte nun möglichst viele Leistungen verkaufen. Die Hinterbliebenen mögen nicht „nein“ sagen – sie befinden sich in der „Trauerfalle“. Handelt so ein Bestatter pietätsvoll?

Frenz: Ein Bestatter, der diese besondere Notlage ausnutzt, handelt wie ein Versicherer, der seinem Kunden unnötige Policen aufdrängt. Nein, das ist nicht in Ordnung, aber klar ist auch: Der Tod ist ein Geschäft, ohne Bestatter geht es nicht. Er ist der notwendige Dienstleister, der die würdige und angemessene Beerdigung kompetent in die Hand nimmt.

 

adeo-online: Früher kam der Bestatter, um den Toten abzuholen und die eigentliche Beerdigung durchzuführen. Daraus ist längst eine Wertschöpfungskette mit etlichen Einzelleistungen geworden. Was kommt noch?

Frenz: Denkbar wäre eine  private Partnerschaft zwischen Friedhofsträgern und Betreibergemeinschaften. Außerdem könnte der Bestatter auch mit Steinmetzunternehmen kooperieren.

 

adeo-online: Marktwirtschaft auf dem Friedhof?

Frenz: Effiziente Dienstleistung, ja. Um es klar zu sagen: Diese Verdichtung von Leistungen aus einer Hand ist ein Angebot, kein Diktat.

 

adeo-online: Bleiben wir noch einen Moment bei den Leistungen des Bestatters.

Frenz: Er wird zukünftig noch intensiver alle Aspekte der Nachsorge bedienen. Beispiele: Was ist mit der Wohnung des Verstorbenen? Hat er ein Haustier? Ein Zeitungsabo? Versicherungen? Was passiert mit dem Haurat?

 

adeo-online: Ihre Antwort?

Frenz: Wenn sich darum die Angehörigen selbst kümmern möchten – okay. Wenn nicht: dann haben sie die Möglichkeit, diese Leistungen an den Bestatter zu delegieren. Ich bin mir sicher, dass Trauernde, die nicht am Ort wohnen, weniger Zeit haben oder aufgrund ihres Alters nicht die Kraft für all diese Aufgaben haben, darin eine nützliche Unterstützung sehen.

 

Diagramm Leistungssprektrum Bestatter

Diagramm Leistungssprektrum Bestatter

 

adeo-online: Der Bestatter – „Manager des Todes“. Ist Ihnen diese Bezeichnung zu dramatisch?

Frenz: Das wäre ein spannender Titel für einen Kinofilm. Der leistungsstarke Bestatter ist jedenfalls ein Dienstleister, der mit Übersicht, Würde und Sensibilität alles dafür tut, damit die Angehörigen sich auf den Abschied einstimmen können und sich nicht mit anderen Aufgaben belasten müssen.

 

adeo-online: Richtig ist jedenfalls: der Bestatter ist ein Kaufmann, der mit dem Tod Gewinne machen muss.

Frenz: Sie wissen doch: Nicht einmal der Tod ist umsonst. Aber klar: Der Bestatter ist Unternehmer, er muss Gewinne machen wie jeder andere Betrieb auch, und das schafft er nur, wenn seine Kunden zufrieden sind und wenn er kaufmännisch seine Möglichkeiten ausschöpft. Genau dabei unterstützen wir ihn.

 

adeo-online: Wie genau?

Frenz: Wir halten ihm den Rücken im gesamten Abrechnungswesen frei. Er kann sich vollständig auf Beratung und Kundenpflege konzentrieren.

 

adeo-online: Konkreter!

Frenz: Wir übernehmen die Forderungen des Bestatters und überweisen ihm innerhalb von 48 Stunden den Rechnungsbetrag abzüglich der vereinbarten Gebühr. Damit erhöhen wir seine Liquidität, und er kann gegenüber seinen Lieferanten Skonto ziehen. Bei den Ärzten ist dieses Verfahren gegenüber Privatpatienten ja längst üblich. Mit Rechnungen und Mahnungen hält sich kaum noch eine Praxis auf.

 

adeo-online: Der Bestatter gibt sein Abrechnungswesen komplett an Adelta ab und hat dann nichts mehr zu sagen?

Frenz. Falsch! Er bleibt Herr des Verfahrens. Der einzige Unterschied ist, dass wir nicht in seinem Büro, sondern in unserem Büro arbeiten.

 

adeo-online: Aber was passiert im Mahnungsfall? Der Bestatter muss doch befürchten, dass Adelta zahlungssäumige Kunden mit harten Bandagen anfasst und verprellt!

Frenz. Um Gottes Willen – nein! Bei uns gibt es keine Ruckzuckmethoden. Wir erarbeiten Lösungen, damit nichts Unangenehmes zurückbleibt. Wir achten penibel – und das sage ich mit Rufzeichen – auf die Kundenbeziehungen des Bestatters. Zum Beispiel durch verlängerte Zahlungsziele oder Ratenzahlungsangebote.

 

adeo-online: Vielen Dank für das Interview.

 

 

Informationen:

www.adeltafinanz.com

Tel. 0211-355989-0

 

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1 Kommentar
  1. Undertaker sagt:

    Wie schön sich das doch liest…der Bestatter als notwendiger Dienstleister?
    Wir Bestatter sind mehr als nur notwendig.
    Bestatter sind meist die ersten Menschen, neben dem Arzt, die mit den trauernden Angehörigen zu tun haben. Es geht, zumindest den seriösen kollegen, nicht darum den teuersten Sarg zu verkaufen, sondern den/die Angehörige/n in dieser Situation aufzufangen, ein Stück weit zu begleiten und zu beraten. Wir leisten auch zum Teil seelsorgerische Arbeit. Ein wichtiger und ehrbarer Beruf. Ohne den Bestatter würden viele Angehörige verzweifeln, sie wären oftmals alleine.
    Hört bitte mal mit diesen negativen Stimmungen gegen uns Bestatter auf!

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