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Messe LEBENSWENDE in Stuttgart – Der Tod. Offen über das sprechen, was zum Leben gehört

17.10.2013
Interview mit Julia Schmauder
Messe LEBENSWENDE in Stuttgart – Der Tod. Offen über das sprechen, was zum Leben gehört

Die Messe „LEBENSWENDE“ findet vom 23. – 25. November 2013 im Stuttgarter Haus der Wirtschaft statt und befasst sich mit den drei Themenschwerpunkten Abschied, Trauer und Anfang. Die Messe möchte offen den Tod kommunizieren, umfassend und fundiert aufklären und vor allem enttabuisieren. Dabei ist sie die erste Messe dieser Art im süddeutschen Raum.
adeo-online hatte Gelegenheit, mit der Projektleiterin Julia Schmauder zu sprechen.

 

adeo-online: Sagen Sie uns doch bitte, wie Sie auf die Idee gekommen sind, die Messe LEBENSWENDE zu veranstalten.

Julia Schmauder: Da kamen ehrlich gesagt mehrere Faktoren zusammen. Zum einen wurden wir von der ARD Themenwoche „Leben mit dem Tod“ im November 2012 inspiriert, beziehungsweise dazu angeregt, sich auch mal einem etwas schwierigerem Thema für eine Veranstaltung zu widmen. Dazu kamen dann die persönliche Erfahrungen der Mitarbeiter und das Bedürfnis, am Tabuthema zu „rütteln“. Diese besondere Herausforderung wollten wir gerne annehmen und hoffen so, einen kleinen Teil dazu beitragen zu können, dass mit dem Tod offener umgegangen wird.

adeo-online: Gibt es ein gewünschtes Zielpublikum? Welche Besucher erwarten Sie in Stuttgart?

Julia Schmauder: In erster Linie wünschen wir uns natürlich ein interessiertes Publikum und hoffen, dass sich Besucher aller Altersgruppen von der LEBENSWENDE angesprochen fühlen. Oft hört man von gerade jungen Menschen Sätze wie „In dem Alter stirbt man doch nicht“ – aber leider passiert auch das. Das Thema geht also alle an, ob jung oder alt.

 

JuliaSchmauder

Julia Schmauder, Projektleiterin der Messe LEBENSWENDE

 

adeo-online: Die Messe hat einen starken konzeptionellen Aufbau. Bitte erläutern Sie uns doch die Philosophie der Messe.

Julia Schmauder: Uns war es von Anfang an besonders wichtig, eine umfassende Informationsplattform zu schaffen und bei diesem Thema keinen Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen zu vergessen. Das heißt, wir haben uns bewusst für ein Messekonzept auf drei Säulen entschieden: Abschied, Trauer und Anfang.
Die LEBENSWENDE geht dabei über den Weg des Abschiedfindens und Trauerns noch darüber hinaus und widmet sich bewusst den Hinterbliebenen und deren Neuanfang. Das Konzept endet also nicht mit dem Sterben sondern zeigt Wege in eine positive Gestaltung des Lebens. Wir hoffen so, die Verbindung zwischen authentischem Lebensgefühl und individuellem Abschied zu schaffen.

adeo-online: Frau Schmauder, am 23. November geht es los. Wie ist der aktuelle Stand? Mit welchen Ausstellern können die Besucher rechnen?

Julia Schmauder: Ja, es sind nun noch wenige Wochen bis zur Premiere der LEBENSWENDE und die sogenannte heiße Phase hat begonnen – es ist aufregend und spannend, da sich auch immer noch einiges tut unter unseren Ausstellern, Referenten und Kooperationspartnern, die Organisation läuft auf Hochtouren! Die Aussteller der LEBENSWENDE sind so vielfältig wie wir auch unsere Besucher erwarten. Natürlich werden Sie auf der LEBENWENDE Aussteller finden zum Thema Gestaltung des Lebensabends und werden Bestatter vorfinden, die über verschiedene Arten der Bestattung informieren können. Darüber hinaus haben wir aber auch viele Aussteller dabei, die ganz neue Wege gehen und beispielsweise Erinnerungsbücher, Trauerschmuck und „Häuser im Himmel“ vorstellen. Das Rahmenprogramm mit Filmnachmittag, Lesungen und Workshops rundet die Ausstellung auch im Hinblick auf verschiedene, interkulturelle Blickwinkel ab. Einen ersten Überblick über unsere Aussteller und das Rahmenprogramm kann man schon unter www.messe-lebenswende.de bekommen.

adeo-online: Sie und Ihr Team, haben zuvor mit der Thematik Sterben und Tod wenig zu tun gehabt. Gab es bei den Beteiligten Berührungsängste? Wie sind Sie mit der Thematik umgegangen und hat sich die Einstellung im Laufe der Planung verändert?

Julia Schmauder: Ganz klar ja! Wir alle sind uns zwar unserer Endlichkeit bewusst und gehen recht offen mit dem Thema Tod um, haben uns aber selbst, bis wir mit der LEBENSWENDE gestartet haben, wenig intensiv damit auseinandergesetzt. Berührungsängste gab es da schon und wir haben uns gefragt, wie wir andere Menschen, die ebenfalls bisher wenig mit dieser Thematik zu tun hatten davon überzeugen, dass es wichtig ist darüber zu sprechen.
Ich für mich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es sich nur lohnt und man relativ schnell das innere Tabu brechen kann. Ich bin überzeugt, dass ich da kein Einzelfall bin.

adeo-online: Frau Scmauder, wir bedanken uns für das Interview

 

 

Informationen:

www.messe-lebenswende.de 
info@messe-lebenswende.de

Tel.: +49 711 633779 -15
Fax: +49 711 633779 -10

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