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Messejahr 2013

16.01.2013
Überangebot, oder regionale Zukunft?
Messejahr 2013
Noch nie gab es in einem Jahr so viele Messen wie in diesem Jahr (Foto: Pieta 2011/Vinschen)

Zweifelsohne befindet sich die Bestattungsbranche im Umbruch. Das ist zwar nicht mit den Umwälzungszyklen anderer Zweige zu vergleichen, dafür ist die Bestattungsbranche zu speziell, dafür ist sie grundsätzlich viel zu konservativ und hat viel zu lange in einem „Goldenen Käfig“ gelebt – genau genommen bis 1995. Nimmt man als Parameter für diese Umwälzungen jedoch lediglich den Marktplatz „Messen“ und nicht den Wegfall des Sterbegeldes, die demografische Entwicklung, das Internet und all die damit verbundenen Veränderungen – dann zeigt sich das Ausmaß der Veränderungen am deutlichsten. Noch vor knapp 18 Jahren gab es für das gesamte Bestattungswesen mitsamt der Zulieferindustrie nur eine einzige Messe – und diese fand sage und schreibe nur alle fünf Jahre statt: die BEFA. Heute, 2013, werden fünf Fachmessen, diverse Hausmessen und ein Kongress stattfinden. Alle in einem Jahr.

Ähnlich wie die Bestatter auf die sich wandelnden Ansprüche der Kunden reagieren, deren individuelle Wünsche oder geringe Budgets sie dazu antreiben, Neues zu versuchen oder Bewährtes weiterzuentwickeln, so müssen auch die Zulieferer auf genau diese Veränderungen eingehen. Der Bestatter bestellt immer noch das Altbewährte, doch er sieht sich inzwischen den Regeln des Marktes unterworfen und muss auch Neues, Ausgefallenes, Individuelles, Ökologisches mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten. Auf den Markt, der noch vor 18 Jahren verschlossen war wie eine Auster, strömen zahlreiche neue Wettbewerber. Vor allem der wachsende Sektor der Feuerbestattungen und somit die Nachfrage an Urnen hat eine immense Zahl von Künstlern und Designern auf den Markt aufmerksam gemacht. Die Auster wurde geknackt, geöffnet und für alle zugänglich gemacht. Das Ende dieser Entwicklung ist noch nicht abzusehen. Evident ist lediglich die Tatsache, dass die Branche im Wettbewerb steht, und das bedeutet aktuell eine Marktregulierung über Qualität, Innovation, Service – und vor allem über den Preis!

Wie immer, wenn sich der Markt bewegt und die Branchen in den heutigen schnelllebigen Zeiten in Bewegung sind, entwickeln sich auch Chancen. War ein Zulieferer noch vor 18 Jahren in der Pflicht, diese eine Messe zu besuchen, hat er heute die Qual der Wahl. Einige Zulieferer schimpfen über das Überangebot an Messen, und zugegeben: Ein Messeauftritt ist mit erheblichen finanziellen Investitionen verbunden. Kalkuliert man einen Messestand, inkl. Anfahrt, Personalkosten, Arbeitsstunden für Auf- und Abbau, den Messeservice vor Ort, die Nachbearbeitung, eventuell Produktionen von Innovationen vor der Messe etc., dann kommt man schnell auf eine stattliche Summe. Es handelt sich hierbei um eine Investition in die Zukunft. Und so hat die Zulieferindustrie auch ihren Lernprozess zu durchleben. Ein 08/15-Messestand ohne interessante Produktauswahl und Präsentation lockt keine neuen Kunden an. Bestehende Kunden wollen bedient, hofiert werden – und immer wieder geht es um den Preis. Viele Zulieferer erkennen jedoch auch Vorteile, sehen Chancen, entwickeln Strategien. Man muss nicht auf jeder Messe präsent sein. In welchen Regionen liegen die Stärken eines Unternehmens, welche Regionen will ich strategisch neu erschließen, welcher Aufwand lohnt sich, und wo? Und plötzlich sieht der Besucher flexible Messestände. Im Norden mal ganz klein, aber da und im Osten der Republik ganz groß – strategische Lernprozesse! Bei dem einen schneller, bei dem anderen langsamer, bei anderen wiederum gar nicht.

Auf einer Messe treffen sich Angebot und Nachfrage. Oftmals ist das erste Kriterium der Preis.

Und dann sind da noch die Messegesellschaften. In einem engen, überschaubaren, aber finanzstarken Markt bieten sie die Marktplätze an, auf denen sich Angebot und Nachfrage treffen, wo Produktinnovationen und Neuheiten präsentiert werden. Mit Vorträgen und Workshops sollen die Kunden, die Bestatter, motiviert werden. Es geht immerhin um den Gradmesser der Besucherzahlen, und dafür braucht man auch gute Aussteller. Dann geht es wieder um den Preis, hier um den Preis pro Quadratmeter. Die Messegesellschaften stehen auch in Konkurrenz zueinander und es handelt sich ebenfalls um Unternehmen, die sicher nicht nur die Bestattungskultur hochleben lassen wollen. Also muss man sich bewegen, auf den Kunden, in diesem Fall den Zulieferer zugehen, Service anbieten – immer mehr!

Dem Bestatter wird es egal sein. In diesem Jahr wird sicher jeder Bestatter mindestens eine Messe besuchen, denn er wird mit Sicherheit eine wenn nicht vor der Haustür, so doch nicht weit entfernt finden. 2013 wird sich die gesamte Branche treffen und sich austauschen. Man könnte nun mit einer Innovation und einer guten Strategie eine Produktneuheit erfolgreich platzieren. Im nächsten Jahr aber werden sich die Messegesellschaften miteinander in Verbindung setzen und versuchen, eine solche Konstellation in Zukunft zu vermeiden. Nach diesem Jahr wird es Gewinner und Verlierer geben, doch es wird nicht an dem Messejahr 2013 liegen. Es wird daran liegen, dass sich die Branche weiterhin im Umbruch befindet und der Schnelle den Langsamen vom Markt verdrängt. Denn auch diese Branche, so speziell sie auch sein mag, so konservativ sie auch heute noch ist, unterliegt den Gesetzen des Marktes.

 

Messen und Kongresse 2013

13. – 14- April, PAX – Hessische Messe für Bestattungskultur in Gießen

20. April, FORUM Bestattung, Trends, Ambiente in Hamburg

26. – 27 April, QUO VADIS, Internationale Fachmesse für Bestattung und Friedhof in Salzburg

24. – 26. Mai, PIETA, Fachmesse für Bestattungsbedarf und Friedhofstechnik in Dresden

14. September, FORUM Bestattung, Trends, Ambiente in Mannheim

6. – 7. November, Deutscher Bestatterkongress 2013 in Königswinter/Bonn

 

 

 

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