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Rosen für die Ewigkeit

15.06.2011
Neuer Weg in der Bestattungskultur: Der Garten Rosenfrieden in Celle
Rosen für die Ewigkeit
Der Garten Rosenfrieden - ein neuer Weg der deutschen Gedenkkultur

Im Juni 2010 wurde durch die Feuerbestattungen Celle r. V. der Garten Rosenfrieden auf dem Stadtfriedhof in Celle eröffnet. Der Garten Rosenfrieden ist eine würdevolle, von Rosendüften umgebene Urnengrabstätte, die in dieser Form in Deutschland etwas ganz Neues ist. Hierher kommen nicht nur die Angehörigen der Verstorbenen gern, sondern jeder Besucher des Stadtfriedhofs schätzt es, diesen besonderen Ort auf sich wirken zu lassen. Die Verstorbenen sind unter Rosen gebettet und von besonders ausgewählten Sorten dieser „Königin der Blumen“ umgeben. Die Pflege der einzelnen Grabstellen übernehmen professionelle Rosengärtner.

 

Königin der Blumen – die Rose

 

„Hier möchte ich begraben sein.“ Das war der Gedanke von Heinrich Boje, Vorstandsvorsitzender der Feuerbestattungen Celle r. V., als er im Europa-Rosarium in Sangerhausen am Südharz auf einer Bank saß, den Blick über die prachtvollen Rosenblüten schweifen ließ und ihren Duft genoss. Für manch einen mag das Nachdenken über das eigene Begräbnis etwas sehr Unbehagliches, Trauriges oder Morbides haben. Nicht für Boje. Für ihn nahm in dieser größten und mit 8.300 verschiedenen Arten und Sorten bedeutendsten Rosensammlung der Welt eine neue Geschäftsidee Gestalt an: der Garten Rosenfrieden.

 

Der Garten Rosenfrieden

 

Die Idee ist mittlerweile Realität geworden. Der Garten Rosenfrieden ist ein eigens angelegter Bereich auf dem Celler Stadtfriedhof. Helle Granitstelen geben der Gartenanlage Struktur, zwischen den symmetrisch ausgerichteten Beeten führen kleine Wege hindurch und laden die Besucher zum Wandeln und Verbleiben ein. Hier blühen im Sommer und Herbst unzählige Rosen. Gleich nebenan, im Kleinen Laubenhof, können Kinder spielen.

Aus Sorge, die Grabpflege könnte eine Belastung für die Angehörigen sein, entscheiden sich viele für eine anonyme Bestattung. Der Garten Rosenfrieden bietet hier eine neue Möglichkeit und einen neuen Weg in der deutschen Gedenkkultur. Die Urne des Verstorbenen wird nicht anonym im Erdreich vergraben, sondern eine eigene kleine Bronzetafel mit Namen und Lebensdaten erinnert an einer Granitstele in unmittelbarer Nähe der letzten Ruhestätte an den Verstorbenen.

Für die Angehörigen gibt es, anders als bei einer Seebestattung, einen Ort, an den sie zum Trauern und zum Gedenken kommen können, und das Grab muss nicht von Angehörigen gepflegt werden. Dies übernehmen das ganze Jahr über ausgebildete und erfahrene Rosengärtner. Das eigentliche Argument aber für den Garten Rosenfrieden sieht Boje in seiner Schönheit. Er habe sich oft gefragt, warum Friedhöfe nicht schön sein können wie Gärten. Mit dem Garten Rosenfrieden, den Boje in Kooperation mit der Stadt Celle und Mitgliedern des Rosenfreundeskreises Hannover entwickelt hat, ist dieser Widerspruch aufgelöst. „Die Menschen sollen Freude empfinden können, wenn sie herkommen“, sagt er.

 

Ein schöner Ort des Gedenkens

 

Und noch ein weiteres Argument spricht für die Idee: Da das Sterben immer teurer wird, bietet der Garten Rosenfrieden auch in puncto Kosten eine echte Alternative zur herkömmlichen Bestattung: In den nur einmal zu entrichtenden Gebühren ist nicht nur die individuelle Grabstelle mit der eigenen Rosenpflanze und dem Namensschild enthalten, sondern auch alle anfallenden Gartenpflegekosten! Angeboten wird dies für den attraktiven Festpreis von 3.945 Euro.

Die Beisetzung beginnt – auf Wunsch – mit einer Trauerfeier in der hauseigenen Kapelle, von der aus die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen in den Garten Rosenfrieden gehen. Wenn die Hinterbliebenen es wünschen, können sie die Urne persönlich von der Kapelle zum Ruheplatz tragen. Dieser Ort kann zuvor nach den persönlichen Vorlieben gewählt werden – nach Art der Rosenpflanze oder aufgrund der Lage innerhalb des Rosengartens. Nachdem die Urne im Rosenbeet eingelassen wurde, gießt jeder Trauernde etwas Wasser an den frisch darüber gepflanzten Rosenstock. Schon bald werden dessen Wurzeln aus der Asche die Nährstoffe für Wachstum und Blüte ziehen.

Mehr als 1.000 Rosen sind bereits gepflanzt. Sie stammen aus führenden Rosenzuchtbetrieben in Deutschland, so von Noack Rosen, Schultheis und W. Kordes´ Söhne. Strauchrosen, Kletterrosen und Beetrosen sind in ihren Farben und Formen so ausgesucht, dass sie miteinander harmonieren und mit ihrem Farbenspiel dem besonderen Ort gerecht werden.

 

Tag des Rosenfriedens am 19. Juni 2011 auf dem Celler Stadtfriedhof

 

Der Garten Rosenfrieden verändert sich mit den Jahreszeiten. Mit seinem Wechsel aus Blühen und Vergehen ist er auch eine Allegorie auf das Leben. Nur eines bleibt das ganze Jahr über unverändert: In der Mitte des Gartens, zu allen Seiten von Rosen umgeben, steht die Figur der Rosanna, eine kleine Steinskulptur aus den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie kniet selbstvergessen in einer prachtvollen Rosengirlande und verkörpert die Unbeschwertheit und das völlige Bei-sich-Sein, das jeder Besucher des Gartens Rosenfrieden erfahren kann.

Für Heinrich Boje ist der Rosenfrieden das Ergebnis einer konsequenten Weiterentwicklung. Seit er vor rund zehn Jahren in die Bestattungsbranche wechselte, verfolgt er das Ziel, die Momente rund um die Bestattung für die Angehörigen angenehmer zu gestalten. Nachdem er den Betrieb des Krematoriums und der Kapelle auf dem Celler Stadtfriedhof übernommen hatte, bekam die Kapelle von innen einen freundlichen Anstrich und wurde stärker beheizt. Die Trauer kann und will Boje den Menschen nicht nehmen, aber sie sollen sich in ihrer Trauer aufgehoben und gehalten fühlen. „Würdige Bestattung ist ein zentrales Element unserer christlichen Tradition“, erklärt er.

 

Im Zentrum die Figur der Rosanna

Dass Veränderungen gerade bei einem so elementaren Thema wie der Bestattungskultur ihre Zeit brauchen, ist Boje bewusst. Ebenso behutsam wie beharrlich geht er deshalb vor. In Celle hat er direkt neben der Kapelle ein Café für Trauerfeiern einrichten lassen. Ein Café auf dem Friedhof – an so etwas müssen die Menschen sich erst gewöhnen. Aber der Erfolg, die bisher positive Resonanz der Trauernden, gibt ihm Recht.

Der Garten Rosenfrieden ist, wie Boje sagt, eine „sanfte Neuerung“. Er verbindet die Ansprüche, die heute viele Menschen an eine Grabstätte haben: Er ist hochwertig angelegt, bedarf keiner Pflege, erfreut die Sinne und würdigt den Verstorbenen.

Der Garten Rosenfrieden kann seine Wirkung entfalten – zunächst in Celle, später aber auch auf anderen Friedhöfen. Denn Heinrich Boje hat auch hier schon weitergedacht: Er hat den Namen Rosenfrieden schützen lassen, um seine Idee auch anderen Interessenten zur Verfügung stellen zu können.

Über das Unternehmen

Bis vor einigen Jahren befanden sich die Krematorien in Deutschland in kommunaler Hand. Heute wird ein Drittel der etwa 140 hierzulande bestehenden Anlagen privatwirtschaftlich betrieben. Als Heinrich Boje im April 2001 die Feuerbestattungen in Celle übernahm, war dies das erste Krematorium in Deutschland, das vollständig in private Hand übergegangen war. Als Vorstand leitet Heinrich Boje den rechtsfähigen Verein Feuerbestattungen Celle und seit November 2006 auch den Verein Feuerbestattungen Hildesheim mit seinem in Hasede neu errichteten Betrieb.

Lag die Zahl der Einäscherungen bei Gründung des Celler Vereins vor fast zehn Jahren bei rund 1.000 im Jahr, waren es im vergangenen Jahr bereits 6.000 – allerdings in Celle und Hildesheim zusammen. Die vorhandenen technischen Kapazitäten erlauben eine Zahl von bis zu 12.000 Einäscherungen im Jahr. Boje hat 20 Mitarbeiter in Celle und Hildesheim. Mit seinen beiden Vereinen ist er Dienstleister für etwa 230 kooperierende Bestattungsunternehmen zwischen Hamburg und dem Harz. Die Unternehmensform eines rechtsfähigen Vereins gleicht der eines Wirtschaftsunternehmens.

 

 

Informationen:

Feuerbestattungen Celle r. V.

Julia Seidel

Leiterin Marketing und Geschäftsentwicklung

Dörnbergstraße 2

29223 Celle

 

Telefon +49 (0) 51 41 – 48 40 12

Fax +49 (0) 51 41 – 48 40 11

juliaseidel@rosenfrieden.de

www.rosenfrieden.de

 

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