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Sind Frauen die besseren Bestatter?

24.04.2012
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Beisetzung?
Sind Frauen die besseren Bestatter?
Plenum Hessischer Bestattertag 2011 in den Giessener Messehallen (Foto: Ewert)

In früheren Zeiten oblag den Frauen im Rahmen der Bestattungsriten vor allem die Aufgabe, den Leichnam zu waschen und für die Bestattung vorzubereiten sowie die Funktion des „Klageweibes“. Später, als sich die Durchführung der Bestattung mehr und mehr professionalisierte und von Fuhrunternehmern und Tischlern übernommen wurde, prägten vor allem Männer diesen Beruf.

Mit der Entwicklung eines eigenen Berufsbildes in den letzten Jahrzehnten scheint jedoch eine differenzierte geschlechtsspezifische Betrachtung angebracht. Bei den Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft ist nahezu eine Parität zwischen männlichen und weiblichen Lehrlingen festzustellen und immer mehr Bestattungsunternehmen werden von Frauen geleitet. Aber auch innerhalb der Bestattungsunternehmen scheint eine Arbeitsteilung vorprogrammiert: Die Männer sorgen für die „Hardware“, während die Frauen für die „Software“ verantwortlich sind. Einsargungen, Überführungen und hygienische Versorgung werden zumeist (noch?) von Männern durchgeführt; Frauen zeichnen primär für die Bereiche Trauergespräch, Trauerbegleitung und Dekoration verantwortlich.

Entwickelt sich das Bestattungsgewerbe von einem maskulin dominierten Handwerk hin zu einem feminin geprägten Dienstleistungsgewerbe? Und möchte sich der Durchschnittsbürger auf seinem letzten Weg lieber der Obhut eines Bestatters oder einer Bestatterin anvertrauen? – kurzum: Welche Rolle spielt das Geschlecht in der Bestattungsbranche?

Um auf diese Fragen Antworten zu erhalten, hat das Deutsche Institut für Bestattungsvorsorge (DIB) in Zusammenarbeit mit hessenBestatter und Bestatterrheinland-pfalz hierzu Anfang des Jahres eine repräsentative TNS Emnid-Umfrage mit 1008 Befragten in Auftrag gegeben.

Das Ergebnis zeigt, dass der Geschlechteraspekt bei der Wahl des Bestatters eher eine untergeordnete Rolle spielt; die Bevölkerung jedoch durchaus bei der Zuordnung von wesentlichen Eigenschaften eines „guten“ Bestatters gravierende geschlechtsspezifische Unterschiede sieht. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass einerseits bei der Wahl des Bestatters eine überdurchschnittliche „Kundentreue“ besteht und andererseits gerade in ländlich strukturierten Gebieten vielfach nur sehr begrenzte Wahlmöglichkeiten vorhanden sind, während in städtisch geprägten Gebieten zunehmend sich der Preis zum entscheidenden Kriterium herauskristallisiert.

Auf die Frage, ob Menschen eher einen Mann als Bestatter oder eher eine Frau als Bestatterin auswählen würden, gaben 12% der Befragten an, eher einen Mann, 8% eher eine Frau und 80%, dass das Geschlecht keine Rolle spielen würde. Interessant wird es bei der Frage nach den Gründen bei einer bewussten Entscheidung für einen Bestatter oder eine Bestatterin. Diejenigen, die einen Bestatter auswählen würden, schätzen – bei freier Assoziation – bei Männern folgende Eigenschaften besonders: Einfühlungsvermögen (18%), Sachlichkeit (13%), Seriosität (12%). Rundum Service (8%), ruhige Ausstrahlung und beruhigende Stimmlage (7%), Taktgefühl und Distanz (5%), Religiosität (5%). Von diesen Befragten meinten 10%, dass der Beruf des Bestatters ein klassischer Männerberuf sei.

Diejenigen, die sich für eine Bestatterin entscheiden würden, schätzen bei Frauen – ebenfalls bei freier Assoziation – folgende Eigenschaften besonders: Einfühlungsvermögen (67%), Vertrauen und Sympathie (19%), Rundum Service (11%), Frauen als Gesprächspartner (7%), Taktgefühl und Distanz (6%). Von den Befragten meinten 6%, dass sie eine Bestatterin bevorzugen würden, weil sie selbst eine Frau sind.

Unabhängig vom Geschlecht werden von guten Bestattern Respekt (97%), Fachkompetenz (97%), Professionalität (93%), Einfühlungsvermögen (92%), Sensibilität (88%), Mitgefühl (82%) und Distanz (76%) erwartet. Während für 88% der Befragten das Geschlecht des Bestatters eines Tages bei der eigenen Beisetzung keine Rolle spielt, würden 6% der Befragten lieber von einem Bestatter und ebenfalls 6% lieber von einer Bestatterin beigesetzt werden.

Die Ergebnisse der repräsentativen Emnid-Studie werden vom hessischen Bestattungsgewerbe im Rahmen des 8. Hessischen Bestattertages am 27./28. April 2012  in den Hessenhallen in Gießen unter dem Titel „Sind Frauen die besseren Bestatter – eine Branche auf dem Weg vom maskulinen Handwerk zum femininen Dienstleistungsgewerbe ?“ problematisiert. Unter der Moderation von Dr. Kerstin Gernig, Agentur für KommunikationsGestaltung und hr4-Moderator Klaus Pradella werden Bestatterinnen und Bestatter, aber auch Verbrauchervertreter hierüber diskutieren, wobei auch die geschlechtsspezifischen Zukunftsperspektiven angesprochen werden sollen.

 

 

Informationen:

Hermann Hubing

www.bestattergewerbe.de

Tel.: 0641 – 97 525 14

 

Programm des 8. Hessischen Bestattertages in Gießen als PDF

 

 

Tagungsgebühr

120,00 Euro incl. MwSt. (90,00 € für Mitglieder von hessenBestatter / Bestatter rheinland-pfalz und DIB-Partnerbetriebe)

 

„Hessisches Büffet“

5,00 Euro incl. MwSt. (30,00 € für Mitglieder von hessenBestatter / Bestatter rheinland-pfalz und DIB-Partnerbetriebe) ohne Getränke

 

Teilnehmer aus einem Unternehmen erhält 10,00 € Rabatt auf die Tagungsgebühr

 

 

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