Bestellen Sie hier unseren Newsletter

Sozialämter müssen Bestattungsvorsorge verschonen

30.07.2015
Aeternitas e.V. rät Betroffenen, sich gegen falsche Bescheide von Sozialämtern zu wehren
Sozialämter müssen Bestattungsvorsorge verschonen

Wer Leistungen beim Sozialamt beantragt, darf nicht grundsätzlich gezwungen werden, seine finanzielle Bestattungsvorsorge aufzulösen. Zweckgebundene Beträge von bis zu 7.000 Euro sind vor dem Zugriff der Ämter geschützt. In der Praxis wird dies jedoch zu selten berücksichtigt.

Immer wieder drängen Sozialämter, bestehende Sterbegeldversicherungen oder Bestattungsvorsorgeverträge aufzulösen, wenn Betroffene Hilfe beantragen, etwa für Pflegekosten. Vorher könne kein Geld gezahlt werden. Eine zweckgebundene Bestattungsvorsorge muss jedoch nach verschiedenen Gerichtsurteilen verschont werden. Je nach örtlichen Bestattungskosten sind bis zu 7.000 Euro oder in Ausnahmefällen sogar mehr geschützt. Dies gilt zusätzlich zum allgemeinen Schonbetrag von üblicherweise 2.600 Euro, der Betroffenen ohnehin zusteht. Torsten Schmitt, Rechtsreferent von Aeternitas e.V., der Verbraucherinitiative Bestattungskultur, rät Betroffenen, sich gegen falsche Bescheide von Sozialämtern zu wehren. Es lohne sich, Widerspruch einzulegen und gegebenenfalls zu klagen.

Als zweckgebunden gelten Sterbegeldversicherungen und Vorsorgeverträge mit Bestattern, weil die Gerichte hier kein bzw. ein geringeres Risiko sehen, dass das Geld zu anderen Zwecken als für die Bestattung verwendet werden könnte. Andere Formen der Bestattungsvorsorge wie zum Beispiel ein einfaches Sparbuch müssen bei Bedürftigkeit hingegen aufgelöst werden, bevor das Sozialamt Hilfen zum Lebensunterhalt zahlt. Schmitt weist des Weiteren darauf hin, dass die Vorsorge für die Grabpflege ebenso geschützt ist, wenn sie zweckgebunden vorliegt.



Informationen:

Aeternitas e.V. – Verbraucherinitiative Bestattungskultur
Alexander Helbach


Dollendorfer Straße 72
53639 Königswinter


Telefon: 0 22 44 / 92 53 85
Fax: 0 22 44 / 92 53 88


E-Mail: alexander.helbach@aeternitas.de
Internet: www.aeternitas.de
Twitter: twitter.com/Aeternitas_eV

Artikel Bewerten: Social:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(1 Bewertung(en), Durchschn. Bewertung: 5,00 von 5 Sterne)
Loading...
1 Kommentar
  1. Bajorek Birgitt sagt:

    Sehr geehrter Herr Helbach, in der Theorie hört sich das richtig gut an. Auch der Verband unterstützt hier. Jedoch ist es so, dass diese vorhandenen Gerichtsurteile in der Praxis nicht greifen. Das Sozialamt verweigert die Übernahme der Heimkosten, solange die Vorsorge nicht verringert wird. Momentan wird durch das Sozialamt anerkannt: 3.500,00 € auf Vorsorge + 2.600,00 € Schonvermögen. Alle Versuche durch uns und unsere Vorsorgekunden werden vom Sozialamt abgetan. Das macht mürbe und müde.
    Mit freundlichem Gruß
    Birgitt Bajorek

Hinterlasse eine Antwort