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Stellenbörse auf Facebook & Co.

13.01.2015
Ein Blogbeitrag von Birgit Aurelia Janetzky
Stellenbörse auf Facebook & Co.
(Foto: Vinschen)

Für viele Unternehmen ist die Suche nach dem passenden Personal auf Plattformen im Internet inzwischen selbstverständlich geworden. Aktuellen Studien zufolge verlagert sich der Stellenmarkt von den klassischen Stellenanzeigen in der Zeitung weiter ins Internet. Doch eignet sich das auch für Bestattungsunternehmen?

Mich hat ein Stellengesuch in einer Gruppe für Bestatter auf Facebook neugierig gemacht und ich habe mich umgeschaut, was zu dem Thema zu finden ist. Gleich vorneweg: Stellenangebote und Stellensuche in der Bestattungsbranche sind sehr dünn gesät. Dabei böte gerade Social Media eine gute Möglichkeit potentiellen Bewerbern mehr Einblick in die Unternehmenskultur zu geben, als es mit einer Printanzeige möglich ist. Die Kosten sind gering und in den Gruppen sind immer wieder Stellensuchende unterwegs. Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass viele Arbeitgeber mal schnell Bewerberinnen und Bewerber googeln, um sich einen Eindruck von der Person zu verschaffen.

Stellensuchende können mit relativ wenig Aufwand die sozialen Netzwerke für Kontakte nutzen. Freundlich gestellte Fragen werden in der Regel freundlich beantwortet. So kann man Insiderwissen für die Stellensuche erhalten, Ratschläge, Hinweise, Feedback. Wenn jemand auf die Idee kommt alle Bestatter in seiner Region durchzutelefonieren, wird er die Erfahrung machen, dass es mit der Bereitschaft Auskünfte zu geben nicht weit her ist. Man hat nicht Chef oder Chefin an der Strippe, es ist gerade viel los, solche Anrufe kommen eigentlich immer ungelegen. Social Media ist freiwillig. Wer die Frage liest ist frei, etwas ins Kommentarfeld zu tippen.

LinkedIn oder Twitter lasse ich außen vor. LinkedIn, weil dort kaum ein Bestatter aktiv ist. Twitter, weil eine Bewerbung mit 140 Zeichen unpraktisch ist. Auf Xing oder Facebook sind potentielle Arbeitgeber recht informell unterwegs. Das senkt die Hürden, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Allerdings kann man hier auch eine Menge falsch machen. Nicht freundlich sein. Kritische Rückfragen als Angriff auf die eigene Person sehen. Der Umgangston ist halt lockerer als auf einem Stellenportal, da kommt es auch lockerer zurück. Doch man sollte trotz der vermeintlich lockeren Kommunikationsweise nicht vergessen, dass man sich mit einem potentiellen neuen Arbeitgeber unterhält.

Ein Beispiel auf der Bewerberseite (Namen und Zusammenhänge sind geändert):

  • Bewerber: „Hallo, Ich bin der Ralf bin 32 Jahre alt bin Koch und Kellner aber ich möchte mich neu orientieren ich Interessiere mich für den Bestatter es wer toll Wenz sich einer mal Melden würde der mir da Helfen kann ich komme aus X. das ist bei Y.“
  • Reaktion: „Ich würde sagen… unbedingt mal an der Rechtschreibung arbeiten!
  • Andere Reaktion: „Als erstes muss die alberne Frisur verschwinden.“
  • Andere Reaktion: „Dein Profilbild würde ich an Deiner Stelle aktualisieren. Viele Arbeitgeber schauen ins FB, um sich ein Bild von einem Bewerber zu machen. Ich persönlich habe nichts gegen bunte Haare.“
  • Bewerber reagiert auf eine andere „lockere“ Rückfrage mit: „ (…) dein Eintrag kanste dir in Arsch schieben (…) Auf einen unterstützenden Beitrag kommt ein: „Danke sehr Claudia bist echt nett mag ich dich“

Wie man sich denken kann, geht eine kurzweilige Diskussion los, hin und her, immerhin 95 Kommentare dauert das Spektakel. Allerdings bezweifle ich, dass Ralf auf diesem Weg eine Stelle gefunden hat.

Ein Beispiel auf der Angebotsseite (Namen und Zusammenhänge sind geändert):

  • Anbieter: „Hallöchen, gibt’s einen männlichen Kollegen, der in Z. eine Anstellung sucht? Die Aufgaben sind Büro, Beratung, Friedhof, Überführungen im Bereitschaftsdienst.“
  • Reaktion: „Auch für die Firma Y. gilt das Gleichberechtigungsgesetz.“ (Anm.: Was meint, dass eine Stellenausschreibung beide Geschlechter umfassen muss.)
  • Anbieter: „Wenn du richtig lesen kannst, ist es kein Stellenangebot sondern allein eine Frage. Und die habe ich gestellt als Privatperson und nicht die Firma Y.“

Private Frage oder Stellenangebot? Eine Facebookgruppe ist kein offizielles Stellenportal. Doch es wird deutlich, dass auch in den Sozialen Netzwerken Regeln für Stellensuche und Stellenangebote zu beachten sind. Die klassische Stellenausschreibung „Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir…“ hat nicht ausgedient. Angaben zu Ansprechpartner, Kontaktdaten, Arbeitsumfang, Fristen für Bewerbungsunterlagen, Eintrittstermin gehören dazu. Die sozialen Netzwerke bieten Chancen wie auch potentielle Risiken. Bei umsichtiger Nutzung können aber Arbeitgeber und Bewerber von den Möglichkeiten profitieren.

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