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Sternenkinder – Trauerverarbeitung ohne Grab?

15.05.2013
VFFK "Ein Ort der Trauer ist unverzichtbar"
Sternenkinder – Trauerverarbeitung ohne Grab?
Grabstätte „Garten der Sternenkinder“: Ein Ort der Trauer hilft den Eltern, den Verlust zu verarbeiten (Foto: VFFK)

Der Name Sternenkind versinnbildlicht neben der Zerbrechlichkeit des Lebens auch die Zärtlichkeit und Liebe verwaister Eltern, Geschwister und Verwandter. Sternenkinder sind fehl-, tot- oder frühgeborene Babys. Erst seit einigen Jahren wird den Eltern nun eine Bestattungsmöglichkeit zugestanden. Eltern, deren Kind zu früh auf die Welt kommt und verstirbt, erfahren jedoch nur selten davon, dass es diese Möglichkeit gibt, zu trauern und Abschied zu nehmen. „Ein Ort der Trauer ist häufig unverzichtbar für die Verarbeitung des Verlustes“, betont Andreas Mäsing, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofskultur e. V. (VFFK).

Sternenkindergräber gibt es fast überall in Deutschland – viele Eltern wissen aber nichts über die Möglichkeiten einer Bestattung 

Vor einigen Jahren wurde die Beisetzungswürdigkeit von Föten per Gesetzesbeschluss anerkannt. Hierdurch erhielten verwaiste Mütter und Väter die Möglichkeit, ihr verstorbenes Baby zu bestatten; zuvor wurden Föten routinemäßig als „Sondermüll“ entsorgt. Die Friedhofsgärtnerin Birgit Ehlers-Ascherfeld hatte in diesem Zusammenhang mit einem Steinmetz und einem Bestatter die Idee entwickelt, die Stiftung Sternenkinder zu gründen: „Viele Eltern wissen gar nicht, dass sie die Föten beisetzen lassen können. Wir wollen damit Aufmerksamkeit schaffen, damit Eltern wissen, dass es überhaupt eine Bestattungsmöglichkeit gibt.“ In einigen Bundesländern besteht derweil für Institutionen die Pflicht, über Bestattungsmöglichkeiten für Sternenkinder zu informieren. Denn insgesamt sei jede vierte Frau von einer Tot-, Fehl- oder Frühgeburt betroffen: „Meistens passiert so etwas sehr plötzlich und es fehlt an Zeit, sich über Möglichkeiten zu informieren“, so Ehlers-Ascherfeld. In diesem Jahr wurde im Bundestag ein weiteres Gesetz verabschiedet, das es erlaubt, den Sternenkindern einen Namen zu geben. Die verwaisten Väter und Mütter können sich zukünftig eine Geburtsurkunde ausstellen lassen und ihr Baby namentlich bestatten.

Niemand kann rational erklären, warum ein Mensch bereits so früh wieder gehen muss, aber über den Verlust zu reden, hilft, den emotionalen Heilungsprozess voranzutreiben. Bewältigen die verwaisten Eltern die Trauer nicht alleine, kann das Internet als erste Anlaufstelle dienen, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und den Schmerz zu teilen. Hilfestellung und weiterführende Informationen bieten hier verschiedene Vereine und Initiativen.

 

Informationen:

Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur e. V.
Vorsitzender: Andreas Mäsing
www.vffk.de

Robert-Koch-Straße 33
46325 Borken

Telefon: 01 60-2 57 89 30
E-Mail: presse@vffk.de

Zum VFFK: Der VFFK hat es sich zur Aufgabe gemacht, die traditionelle Bestattungs-, Friedhofs- und Erinnerungskultur zu pflegen und zu fördern. Unser Standpunkt: Jeder Mensch hat ein Anrecht auf Gedenken und Erinnerung, so wie die Angehörigen ein Recht haben auf einen Ort für ihre Trauer an einer würdigen Grabstätte. Deshalb ist uns der tolerante Umgang mit unterschiedlichen Auffassungen von Tod und Trauer, seien sie individuell oder kulturell geprägt, besonders wichtig.

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1 Kommentar
  1. Eine wundervolle Aktion ist übrigens die Klinikaktion Schmetterlingskinder, die in ehrenamtlicher Arbeit Klinikboxen versenden, in denen sich Kleidung für die Schmetterlingskinder befindet, damit diese Kinder angezogen beerdigt werden können, und evtl. auch noch Fotos von den Kindern gemacht werden können (in adäquater Kleidung), denn die normale Babykleidung ist für die meisten Sternenkinder zu groß. Eine sehr schöne Initiative!
    http://www.klinikaktion-der-schmetterlingskinder.de

    Als Trauerredner und Sänger haben mein Mann und ich ein Abschiedslied für Schmetterlingskinder geschrieben, das mittlerweile schon auf einigen Trauerfeiern für Schmetterlingskinder gespielt wurde, und das ich Ihnen auf Anfrage gerne zu maile.
    Email: info@trauer-reden-sonnenklang.de

    Herzliche Grüße,
    Susanne Waldfahrer

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