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@Vinschen

18.08.2010
Beitrag zum Thema Discount und billig
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Der englische Sozialkritiker John Ruskin (1819 – 1900) war ein schlauer Kopf. Sein Gesetz der Wirtschaft und sein Beitrag zum Thema „billig einkaufen“ trifft mitten ins Schwarze:

Es gibt kaum etwas auf der Welt, was nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und ein wenig billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist auch unklug, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres mehr zu bezahlen.

Leider erkennen die Verbraucher, also wir, diesen Grundsatz allzu selten an, obwohl es uns eigentlich bewusst sein müsste, denn der Volksmund weiß schon lange: Was nichts kostet, kann auch nichts wert sein.

Die Diskussion um Discount- oder Billigbestattungen ist müßig. Ebenso die Frage, wie viel eine würdevolle Bestattung kosten darf, oder die Ansicht, dass eine würdevolle Bestattung keine Frage des Geldes sein darf. Die Richtung ist falsch. Vielmehr müsste die Frage gestellt werden: Was ist eine würdevolle Bestattung? Dieser Ansatz sollte im Vordergrund stehen und nicht der Preis. Die große Anzahl der deutschen Bestattungsunternehmen berät ihre Kunden individuell, still und leise, mit Respekt und Zurückhaltung, würdevoll. Über diese große Zahl wird in den Medien leider allzu selten berichtet. Natürlich, denn „Das Geschäft mit den Tod“ lässt sich als Schlagzeile nun mal besser verkaufen. Und so wird der Fokus der Verbraucher nicht auf die Art und Weise der Bestattung, auf die vielen Möglichkeiten des letzten Weges gelegt, sondern auf das Geschäft, und das hat immer mit Geld zu tun – schade eigentlich. Aber  es gibt ja noch John Ruskin, und den sollten wir nicht vergessen.

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