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Von Edelsteinen, Trauerbüchern und Fantasie-Särgen

28.05.2015
Premiere der „postmortale – Deutsche Messe für Bestattungskultur“
Von Edelsteinen, Trauerbüchern und Fantasie-Särgen
Eröffnung der postmortale – Deutsche Messe für Bestattungskultur durch Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands Deutsche Messe AG

Die Bestatterbranche hat eine neue Fachmesse. Vom 13.-15. Mai 2015 hat in Hannover die Premiere der postmortale – Deutsche Messe für Bestattungskultur parallel zur LIGNA stattgefunden, der weltweit wichtigsten Plattform für die Holzbranche.

Ein Ziel der Messe war es, neben den reinen Bestattern die Tischler zu erreichen, die Bestattungen durchführen und die Kontakte zu den Tischlern zu intensivieren, die ohnehin die LIGNA besuchen. Veranstaltet hat die postmortale das Deutsche Institut für Bestattungskultur (DIB), durchgeführt wurde sie von der Deutschen Messe AG Hannover. DIB-Geschäftsführer Hermann Hubing erklärt: „Die postmortale hat sich an alle reinen Bestatter und Tischlerbestatter gerichtet. Die Tischler hatten die Möglichkeit, sich in Hannover bei der LIGNA nicht nur über die neuesten Trends der Holzbranche informieren zu können, sondern gleichzeitig bei dem Besuch der postmortale auch Einblicke in die Vielfalt der Produkt- und Dienstleistungsangebote für Bestatter zu bekommen.“

Bekannt ist, dass die Bestattungskultur sich stetig wandelt. Entsprechend breit gefächert war das Angebot der hochkarätigen Aussteller der postmortale. Neuerungen gab es bei Verrautem: Särge mit Straß-Steinen oder Bemalungen, handgearbeitete Urnen und hochfunktionale Bestattungsfahrzeuge. Anbieter verschiedener Bestattungsarten von Baum- bis Seebestattungen informierten über ihr Angebot. Gezeigt wurden auch personalisierte Edelsteine aus Haaren oder Asche, neue Fotobuchgestaltung, Trauerbücher speziell für Kinder oder Trauerkarten, die „Web to Print“ im Internet verfügbar sind. Revolutionär ist das Projekt der Deutschen Friedhofsgesellschaft, das erstmals auf der postmortale vorgestellt wurde: der „Mensch-Tier-Friedhof“ namens „Unser Hafen“ macht es künftig möglich, sich gemeinsam mit seinem Haustier bestatten zu lassen.

Das DIB hatte ein Messe begleitendes Programm zusammengestellt, um interessierte Fachbesucher anzusprechen. Es gab Vorträge zur Bestattungsvorsorge und ausführliche Präsentationen der verschiedenen Aussteller sowie Informationen über Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zum Geprüften Bestatter, Bestattermeister oder Thanatopraktiker.

Im Rahmen der postmortale konnte auch der Nachwuchs der Branche ausgezeichnet werden. Der Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Klaus Repp, überreichte gemeinsam mit Mitgliedern der Prüfungsausschüsse den stolzen Absolventen der Lehrgänge für „Geprüfte Bestatter“ und „Geprüfte Thanatopraktiker“ ihre Abschlussurkunden. Repp lobte die Leistungsbereitschaft der Absolventen, die über ein halbes Jahr hinweg berufsbegleitend an den umfassenden Lehrgängen teilgenommen hatten und sich in Praxis und Theorie weiterbildeten.

Die aktuellen Urkunden der unabhängigen Fördergesellschaft QUALITÄT IM HANDWERK (qih) wurden ebenso auf der Messe übergeben. Das Qualitätssiegel „Der Bestatter – sehr gut“ wird nicht anhand objektiver Kriterien verliehen, sondern die Kunden werden im Anschluss an die erbrachte Dienstleistung nach ihrer Zufriedenheit befragt. Wer als Bestatter das Qualitätssiegel führen darf, kann damit dokumentieren, dass er für Trauernde ein besonders kompetenter und vertrauenswürdiger Ansprechpartner ist.

Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Tade Matthias Spranger vom Institut für Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn.  Spranger, der von Hause aus Verfassungsrechtler ist, setzt sich bereits seit 20 Jahren mit dem Friedhofs- und Bestattungsrecht auseinander und referierte über die Befugnisse von Bestattern vor dem Hintergrund neuer Gesetze und aktueller Trends.

Auch für das Auge war etwas dabei: die internationale Ausstellung „FANTASTISCHE HIMMELSREISE – SÄRGE AUS GHANA“ zeigte 16 außergewöhnliche und kuriose Särge. Diese ganz besonderen Särge z.B. in Form von Turnschuhen, Löwen oder Fischen sind für das Volk der Ga längst ein wichtiger Teil ihrer Begräbniskultur geworden und faszinierten in ihrer Form- und Farbvielfalt die Besucher der postmortale.

DIB-Geschäftsführer Hermann Hubing erklärte zum Abschluss der Messe: „Das Angebot der Aussteller war breit, das Rahmenprogramm attraktiv. Leider ist die Zahl der Besucher diesmal noch unter unseren Erwartungen geblieben.“ Hubing wolle nun mit der Messe Hannover daran arbeiten, für die kommende postmortale zu werben, die vom 24.-26. Mai 2017 stattfinden soll.

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