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Wenn Weihnachten voller Trauer ist

18.12.2013
Ein Blogbeitrag von Birgit Aurelia Janetzky
Wenn Weihnachten voller Trauer ist

Viele Menschen freuen sich auf Weihnachten, auf ein paar freie Tage, auf Besuche bei der Familie und auf eine schöne Weihnachtsstimmung. Für Menschen, die im vergangenen Jahr ein Familienmitglied beerdigt haben, ist es das erste Weihnachten ohne diesen Menschen. Das Weihnachtsfest ist emotional so beladen, dass die Trauer hier besonders spürbar wird. Die Glitzerwelt und der Konsumrauch in den Innenstädten wirken deplatziert. Die glücklichen Paare auf dem Weihnachtsmarkt stimmen traurig. Vielen Trauernden graut vor Weihnachten.

Wie können trauernde Menschen diese Tage gut überstehen? Wichtig ist, dass sie sich erlauben zu trauern. Sie müssen in dem Weihnachtspiel nicht mitmachen. Sie dürfen Kerzen anzünden und die Lichter anschauen in Erinnerung an den verstorbenen Menschen, den Tisch für ihn mit decken und sich erinnern wie es im letzten Jahr noch war. Manchen hilft es, auf den Friedhof zu gehen und einen Weihnachtsgruss auf das Grab zu legen.

Wer das Bedürfnis hat allein zu sein, der darf die sicher gut gemeinten Einladungen anderer Leute ablehnen, das Fest mit ihnen zu verbringen. Für manche ist es gut zu wissen, dass gerade an Weihnachten in den Trauerforen im Internet andere Betroffene erreichbar sind, die die ambivalenten Gefühle verstehen. Wer nicht allein sein möchte, für den ist das offen Gespräche wichtig, wie es ist in dieser Situation Weihnachten zu feiern. Niemand muss stark sein und seine Gefühle verstecken, um anderen nicht das Fest zu verderben. Es verändert das Zusammensein für alle, denn der Verstorbene ist anwesend, auch wenn er körperlich nicht da ist. Er gehört für den Trauernden ganz dazu. So können die freien Tage über Weihnachten eine ganz besondere Zeit werden, in der die Liebe besonders spürbar wird. Denn Trauer ist nur die andere Seite der Liebe.

 

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2 Kommentare
  1. Hallo Frau Janetzky,

    „Weihnachten – und einer fehlt“,

    Weihnachten ist ein Fest der Familie. In dieser Zeit wird die Lücke, die der Tod eines Menschen hinterlässt, noch realer, noch schmerzlicher.

    Wer den Partner oder ein Kind verloren hat, für den ist diese Zeit besonders schwer. An diesen Tagen kommt alles wieder an die Oberfläche.
    Trauer ist ganz individuell. Das erste Weihnachtsfest, nach dem Verlust eines geliebten Menschen, ist für viele das schlimmste. Erinnerungen treten an diesen Tagen besonders in den Vordergrund.

    Hilfestellung, Beratung, Gesprächsangebote zu vermitteln ist eine Möglichkeit Trauernden in diesen Tagen beizustehen. Wir versuchen als Bestattungsunternehmen keinen mit seiner Trauer allein zu lassen. Aus Erfahrung wollen viele Trauernde für sich sein, sich nicht an Weihnachten zur Fröhlichkeit gezwungen fühlen. Auch das sollte respektiert werden. Bei Bedarf stehen auch kirchliche Angebote zur Verfügung, z. B. Weihnachtsgottesdienste für Trauernde.
    Auch im Internet sind spezielle Chat-Angebote zu finden.

    von Bestattungen Manuela Pipke in Halver und Lüdenscheid

  2. Liebe Frau Pipke,
    danke für die Ergänzung. Zwar haben viele Bestattungsunternehmen über Weihnachten auch nur einen Bereitschaftsdienst (auch Bestatter haben eine Familie). Aber das wäre vielleicht eine Idee, gerade über die Feiertage ein Angebot für Trauernde zu machen, wo sich niemand zur Fröhlichkeit gezwungen fühlt.
    Ich wünsche Ihnen schöne Festtage.
    Birgit Aurelia Janetzky

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