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Wer Bestatter ist und nicht hier war, hat etwas verpasst!

21.11.2012
Ein Kommentar zum Deutschen Bestatter Kongress 2012
Wer Bestatter ist und nicht hier war, hat etwas verpasst!

Es gibt diese ganz besonderen Ereignisse in einer Branche. Ereignisse, die eine ganze Branche verändern oder zu einer Veränderung beitragen. Die erste Pieta 1998 in Dresden war so ein Ereignis für die Fachwelt der Bestatter. Die erste Fachmesse neben der großen BEFA. Die Pieta hat sich durchgesetzt, sich etabliert und erheblich dazu beigetragen, dass die Bestattungsbranche „aufbrach“. Heute meinen schon viele, vor allem Lieferanten, die Messelandschaft sei inflationär – kein Jahr ohne Messe! Die Kunden, in diesem Fall die Bestattungsunternehmer, freut es, müssen sie doch nicht mehr fünf Jahre auf eine Fachmesse warten und nach Düsseldorf kommen. Sie haben deutlich gemerkt, dass sich die Lieferanten bewegen müssen – auf den Kunden zubewegen müssen.

Spätestens seit 1996 befindet sich die Bestattungsbranche im Wandel. Nahezu nichts ist mehr, wie es in der „guten alten Zeit“ noch war. Das gilt vor allem für die Bestattungsinstitute. Knapp über 80 Unternehmer haben im Jahr 2012 jedoch die Zeichen der Zeit erkannt, denn sie haben eine Veranstaltung besucht, die nun ihrerseits die Branche nachhaltig bewegen wird: den ersten Deutschen Bestatter Kongress in Königswinter.
Doch was ist passiert seit 1996? Nicht nur die Messelandschaft ist aufgebrochen. Seit Jahren erscheinen neben dem damaligen Monopolisten, der „Bestattungskultur“, gleich mehrere Fachzeitschriften. Die Branche wurde durch die Vielfalt informiert und durch die Informationsgesellschaft überrollt. Das Internet hat auch hier keine Firewall gefunden und ca. 4.000, zumeist familiengeführte Traditionsunternehmen, sahen sich einer Transparenz gegenüber, die sie schlichtweg überfordert hat. Bis heute haben noch viele Bestattungsunternehmen eine schlechte bis sehr schlechte Internetpräsenz. Zudem begannen immer mehr Quereinsteiger sich für die Branche zu interessieren. Gelernte Betriebswirte wurden Bestatter, viele davon sogar sehr gute, einige trugen erheblich zur Umwälzung der Branche bei – an dieser Stelle Namen zu nennen ist unnötig, so bekannt sind die Erwähnten in der Branche –, auch die „schwarzen Schafe“, die mit Dumpingpreisen und Discounterstrategien den Markt für sich erobern wollten. Einige sogar erfolgreich, wenn man lediglich die Umsatzzahlen zugrunde legt.
Und dann passierte es! Ohne viel Aufschrei von Seiten der Bevölkerung und kaum bemerkt vom Bundesverband. In nur zwei Etappen und kürzester Zeit verschwand das staatliche Sterbegeld und somit eine Grundlage, die, aus heutiger Sicht betrachtet, nicht nur den Bestattungsunternehmen schwer zu schaffen gemacht hat, sondern nachhaltiger den Sozialämtern, Friedhöfen und vor allem den Menschen.

 

vorne, von links: Hedwig Seipel vom Blog Lebenswandlung und Bruno Vinschen, Herausgeber adeo-online

 

Ein Bestatter musste sich immer irgendwie erklären. „Das Geschäft mit dem Tod“ hängt wie ein ewiges Mal an ihm. Doch was tun? Wie den Problemen begegnen? Wie meinen Betrieb für die Zukunft fit machen? Wie das Selbstverständnis meines Berufsstandes vertreten? Wie nach außen treten? Sie alle wissen, ein „Weiter so!“ geht auf lange Sicht nicht gut, dafür sind die Umwälzungen zu enorm.
Da kommt plötzlich der FID Verlag auf die Idee, für die Bestattungsbranche einen Kongress anzubieten. Wer ist dieser Verlag? Der FID Verlag mit Sitz in Bonn ist ein Fachverlag für Informationsdienste – den Rest kann man im Internet sehr einfach recherchieren. Was die Branche angeht, so ist er politisch und aus Verbandssicht völlig neutral. Dem Verlag sind die Verbandsstrukturen der Branche sogar eher unbekannt – was in dieser Fachwelt ein Vorteil ist, wenn man einen solchen Kongress etablieren will. Hochprofessionell und mit großem Interesse für die Branche wurde eine Veranstaltung organisiert, die ihresgleichen sucht. Das Vortragsprogramm war ausgezeichnet, die Referenten haben das Auditorium nahezu ausnahmslos begeistert. Die Veranstaltung wurde an beiden Tagen von Frau Dr. Kerstin Gernig hervorragend moderiert, der Veranstaltungsort war historisch einmalig und alle, diesmal wirklich ausnahmslos alle knapp 80 Teilnehmer, alles Bestattungsunternehmerinnen und -unternehmer, waren hellauf begeistert. Auf die Frage, ob die Bestatter, die nicht hier waren, etwas verpasst hätten, antworteten alle mit einem breiten Grinsen und einem eindeutigen Ja!

Die Veranstaltung Deutscher Bestatter Kongress 2012 war ein voller Erfolg. Für die Teilnehmer auf jeden Fall. Für den Veranstalter, auch wenn er sich sicher mehr Teilnehmer gewünscht hätte – doch die Verantwortlichen sind sich bewusst, dass sie gerade in dieser Branche Vertrauen aufbauen müssen. Für die Fachwelt, denn den Unternehmern dieser Branche wird mit dem Kongress ein einzigartiger Informationsdienst und Informationsaustausch unter ihresgleichen ermöglicht, der helfen wird die vielen offenen Fragen zur Zukunft des eigenen Unternehmens und somit auch der Branche zu beantworten.
Der Deutsche Bestatter Kongress wird sich erfolgreich weiterentwickeln, ein interessantes Programm mit hervorragenden Referenten anbieten und im November 2013 seine Teilnehmerzahl mit Sicherheit deutlich erhöhen. Aber leider wird die Überschrift diese Kommentars auch 2013 auf immer noch genügend „Unternehmer“ zutreffen.

 

Bruno Vinschen
Herausgeber adeo-online

 

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