Bestellen Sie hier unseren Newsletter

Wo sich Bestatter kollegial austauschen

23.04.2014
Blogbeitrag von Dr. Kerstin Gernig
Wo sich Bestatter kollegial austauschen

Zum ersten Mal haben sich die Teilnehmer der von mir moderierten Erfahrungsaustauschgruppe für Bestatter in Berlin getroffen. Alle waren gespannt, wer dabei sein würde. Rasch war klar: das wird spannend. Denn zusammengekommen sind Menschen mit Erfahrungen als Traditionsunternehmer, Neugründer und Quereinsteiger. Ein Klima der Offenheit und Neugierde ermöglichte, von Anfang an freimütig über Themen zu sprechen, die wirklich unter den Nägeln brennen. Der Blick von Außen und der Austausch mit Kollegen brachten neue Anregungen.

Ein tolles Team

Wie stellt man eigentlich ein richtig tolles Team auf? Wer wünscht sich das nicht: ein Team, in dem sich jeder auf die Arbeit und auf die Kollegen freut?! Denken Sie jetzt: „Das ist doch nur eine Wunschvorstellung!“? Dann fragen Sie sich einmal – egal ob Chef oder Angestellter – was Sie selbst dafür tun können, damit der Wunsch wahr wird. Stopp: Jetzt erst einmal denken, bevor Sie weiterlesen! … … … Jede Veränderung, die man sich wünscht, fängt mit einer Veränderung im eigenen Kopf und Herzen an. Stopp: Lesen Sie den letzten Satz noch einmal! Was wir fühlen und denken spiegelt sich in unseren Handlungen. Und das bedeutet: Jeder in einem Team trägt zur Atmosphäre im Unternehmen bei!

Was wie eine Binsenwahrheit klingt, ist nicht immer einfach zu leben. Denn wie leicht fällt es uns, alles, was gerade nicht so gut läuft, auf die Umstände oder auf die anderen zu schieben. Viele Menschen sind bequem und verlassen ungern die eigene Komfortzone. Veränderungen am eigenen Verhalten bedeuten immer Arbeit am Ego – und das ist alles andere als bequem. Viel bequemer ist es, jemanden zu bitten den Müll rauszubringen, als ihn selbst rauszubringen. Bequemer ist es, darauf zu warten, dass jemand anderes die kaputte Glühbirne austauscht, als es selbst zu tun. Es ist immer bequemer, die anderen für alles Mögliche verantwortlich zu machen. Wenn alle so denken, wissen Sie, wie ein Unternehmen läuft. Wenn manche so denken, wissen Sie, was das fürs Team bedeutet.

Wie kann es gelingen aus Menschen ein Team zu bilden, die unterschiedliche Vorstellungen von Arbeit, andere Erwartungen ans Leben, verschiedene Temperamente, individuelle Hoffnungen, Wünsche und Ziele haben? Geht das überhaupt? Und schon waren wir mitten in einem klassischen Coaching-Thema. Das Ziel stand fest: ein tolles Team. Da einige Teilnehmer solche Teams haben, stand auch fest, dass es sich nicht um eine utopische Vision, sondern um einen realisierbaren Wunsch handelte. Nun ging es um Wege zum Ziel. Und so haben wir einmal genauer hingesehen.

Aus der Perspektive des Chefs

Ein Teilnehmer schilderte die Situation in seinem Bestattungsinstitut mit ein paar plastischen Szenen. Den Ärger darüber, wenn Mitarbeiter nicht mitdenken. Die Fassungslosigkeit, wie die Kollegen übereinander reden, sobald sie untereinander sind. Der Frust darüber, dass vermeintlich selbstverständliche Erwartungen und Spielregeln nicht eingehalten werden. Was alles schief lief, war rasch geschildert. Verständlich, nachvollziehbar, ärgerlich! Als ich den Teilnehmer bitte, einmal zu schildern, wie es laufen würde, wenn es richtig schön wäre, wird es plötzlich still. Ups – diese Perspektive war neu! Es fällt uns leicht, zu klagen, uns zu beschweren, andere zu kritisieren. Nicht ganz so leicht fällt es uns dagegen, Wünsche zu äußern, Erwartungen zu formulieren und verbindliche Spielregen auszuhandeln. Hand aufs Herz: Loben Sie mehr oder kritisieren Sie mehr? Sehen Sie zuerst das Positive oder sehen Sie zuerst auf das, was gerade nicht läuft? Rasch war klar, dass Erwartungen ausgesprochen, Spielregeln aufgestellt und die Vorstellungen der Mitspieler erst einmal offen diskutiert werden müssen.

Aus der Perspektive der Mitarbeiter

Klar: „Der Fisch fängt immer vom Kopf an zu stinken“. Sich hinter vorgehaltener Hand über den Chef oder Kollegen zu beklagen, ist ein klassisches Ventil, um Dampf abzulassen. Genau hier fängt die Kommunikationskultur eines Unternehmens an. Spricht man mit dem Chef oder lieber über ihn? Spricht man mit dem Kollegen oder lieber über ihn? Wer über andere spricht, schafft vielleicht Solidaritäten und Verbündete, ändert aber nichts, zumindest nicht zum Guten. Wer hingegen mit anderen spricht, hat die Chance, Perspektiven zu verändern.

Wer mit seiner Arbeit nicht zufrieden ist, sollte etwas verändern und zwar so rasche als möglich. Denn den größten Teil unserer Zeit verbringen wir mit Arbeit. Doch bevor Sie meinen, dass es anderswo besser sei, versuchen Sie doch erst einmal, aus dem Ort, wo Sie gerade sind, den bestmöglichen Arbeitsplatz zu machen. Das funktioniert nicht gegeneinander, sondern nur miteinander. Startplatz: der eigene Kopf, das eigene Herz!

Aus meiner Perspektive

Bei der Arbeit sind Sie nicht auf einem Spielfeld, wo der Chef gegen den Rest der Mannschaft antritt, sondern auf einem Spielfeld, wo man – wenn‘s gut läuft – miteinander spielt. Reine Wunschvorstellung? Durchaus nicht. Wer „The big five for life“ von John Strelecky liest, weiß, worauf es bei einer guten Unternehmensführung ankommt. Über Motivation und Mitarbeiterrekrutierung, Teambildung und Beschwerdemanagement, iPad-Präsentationen und Ausbildungen zum Trauerpsychologen wurde diskutiert. Ausgetauscht wurden Anregungen, Erfahrungen, kollegiale Tipps.

Ich fand es erfrischend, wieder einmal erleben zu dürfen, wie viel ein Gedankenaustausch in Bewegung bringen kann. Mit der Kraft unserer Gedanken verändern wir die Welt. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte sein, dass Sie sich vornehmen, ab heute bewusst wahrzunehmen, was alles gut läuft. Der zweite Schritt wäre, das auch wertzuschätzen. Sprechen Sie aus, was gut läuft, loben Sie Ihre Mitarbeiter und sagen Sie auch Ihren Kollegen einmal, was Sie an Ihnen schätzen. Erleben Sie, wie Sie das Klima positiv beeinflussen können. Unternehmen, denen das Thema Team-Bildung ernst ist, tun etwas dafür. Wenn Sie wissen wollen was, buchen Sie einen Team-Coaching-Tag: Dr-Gernig-Coaching.de 

Aus Ihrer Perspektive

Die Erfa-Gruppe der Bestatter besteht zurzeit aus neun Teilnehmern. Drei weitere Teilnehmer können noch aufgenommen werden. Bei 12 ist Schluss. Sind Sie auf der Suche nach einem kollegialen Netzwerk, das Sie weiterbringt? Dann melden Sie sich:

gernig@kommunikationsgestaltung.com oder info@dr-gernig-coaching.de

Mit herzlichem Gruß aus der Agentur für KommunikationsGestaltung,

Kerstin Gernig

 

P.S. Guten Ideen vermehren sich, indem man sie teilt. Verraten Sie den Lesern von adeo hier einen Tipp, was man für ein tolles Klima im Team tun kann. Wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, kann daraus etwas Großes werden.

Artikel Bewerten: Social:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
(5 Bewertung(en), Durchschn. Bewertung: 5,00 von 5 Sterne)
Loading...
1 Kommentar
  1. Anja Müller sagt:

    Dann mache ich doch gleich den Anfang:
    Ich habe das Glück in einem wunderbaren Team arbeiten zu können.
    Es gibt keine Hierarchie, jeder ist auf seine Weise wichtig.
    Wir unterstützen uns gegenseitig, lassen uns Raum für Ideen und Gedanken.
    Wenn ich eine Entscheidung treffen muss, die u.U. weitere Konsequenzen nach sich zieht, mit der ich mich schwer tue, kann ich mich mit den Kollegen beraten, auch wenn sie einen anderen Aufgabenbereich haben. So erweitert sich der eigene Blick auf die Dinge, ich kann besser über die Problematik nachdenken.
    Und, was das Beste daran ist: Entscheidungen, die im Team gefällt werden, sind tragfähiger, nachhaltiger.
    Danke, liebe Kollegen und Kolleginnen, ihr seid klasse.

Hinterlasse eine Antwort